Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen
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Mehmet K. gestand vor Gericht.

Nun muss er ins Gefängnis

Vater droht der Familie mit Killern

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Ein Mann bedroht seine Mutter mit dem Tod, seine Frau, seine Kinder, seinen Bruder. Er kündigt an, das Haus anzuzünden. Eineinhalb Jahre lang geht das so, dann wird Mehmet K. (42, Name geändert) verhaftet. Donnerstag saß er vor Gericht.

München - 25 Jahre lang führt K. ein unauffälliges Leben, kauft mit seinem Bruder ein Haus in Thalkirchen, die Familien wohnen dort zusammen. K. arbeitet als Lagerist, das Leben fließt dahin.

Im Oktober 2014 bricht seine Welt auseinander. Die Ehefrau will die Scheidung. Mehmet K. soll ausziehen. Er fängt an zu trinken, 20 bis 25 Bier am Tag, Schnaps. Zunächst nimmt ihn sein Bruder auf, Mehmet K. zieht einen Stock höher. „Er soff den ganzen Tag“, sagt sein Bruder. „Er ging nicht mehr zur Arbeit, wurde ausfallend.“ Eines Tages steht K. mit einem Messer in der Küche und droht, sich das Leben zu nehmen. K. kommt in eine Nervenklinik. Einem Psychologen erzählt K., dass er sich einen Lebensabend in der Türkei wünsche. Dazu brauche er Geld. Sein Bruder aber weigere sich, ihm seinen Anteil am Haus auszuzahlen.

Mit einem Hammer zerstörte er die Autos

Nach der Psychiatrie nimmt ihn der Bruder wieder auf. Im Dezember 2014 greift K. seine Familie an, schlägt seiner Frau die Faust ins Gesicht, tritt auf sie ein. Von da an schläft K. auf der Straße. Er schickt Droh-Nachrichten. Er werde alle abstechen, das Haus anzünden, Killer auf sie hetzen. Ein Richter verfügt, dass K. sich seinem Haus nicht näher als 200 Meter nähern darf. Im April 2016 nimmt sich Mehmet K. einen Hammer, wie ihn Zimmermänner benutzen, zerstört damit die Autos seines Bruders und seiner Frau, prügelt auf die Fassade seines Hauses ein, schlägt die Eingangstür kaputt.

Im Prozess räumt K. alles ein. Er entschuldigt sich bei seiner Familie, er verspricht, ihr nie wieder etwas anzutun. Das Gericht verurteilt Mehmet K. zu zwei Jahren Gefängnis.

Sein Haus soll verkauft werden, sagt K. An wen, sei ihm völlig egal. Nur nicht an seinen Bruder.

tz

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