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Die Münchnerin Suada Konjhodzic hat Verständnis für die Streikenden, auch wenn die Kita, die ihre Kinder Lamia (re.) und Kian besuchen, am Donnerstag zubleibt.

Kinder müssen draußen bleiben

Münchner Kitas am Donnerstag zu – was können Eltern jetzt tun?

Die Gewerkschaften rufen zur Arbeitsniederlegung auf – Eltern müssen eine alternative Betreuung für ihre Kinder suchen. Wir haben mit einer betroffenen Mutter über die Situation gesprochen.

München - Sie ist Marketing-Managerin, er promovierter Physiker, beide arbeiten Vollzeit. Und dann sind Suada (42) und Denan (41) Konjhodzic auch noch Eltern. Von Lamia (5) und Kian (3) – deren Kindergarten am Donnerstag geschlossen bleibt, wenn die Angestellten im öffentlichen Dienst streiken. Was tun in so einer Situation? „Ich habe großes Glück, dass meine Eltern auf die Kinder aufpassen können“, sagt Suada Konjhodzic. „Sonst wäre es schon schwieriger, weil mein Mann die ganze Woche geschäftlich unterwegs ist.“ Sie hätte wohl einen Tag von ihren wertvollen Urlaubstagen abknapsen müssen.

Die Gewerkschaften haben die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst für Donnerstag, 22. März, zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Ver.di fordert Gehaltserhöhungen von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro. Heinrich Birner, Ver.di-Geschäftsführer in München, sagt: „Das würde denjenigen etwas bringen, die zum Teil nicht mehr wissen, wie sie in München über die Runden kommen sollen.“

Wie erfahre ich, ob die Kita meines Kindes betroffen ist?

Zum Streik aufgerufen sind unter anderem Angestellte der Müllabfuhr, der Abwasserentsorgung und der Straßenreinigung – laut Ver.di „Mitarbeiter der Städte und Gemeinden, die am wenigsten verdienen, obwohl sie wertvolle Dienste für die Gemeinschaft bringen“. Involviert sind aber eben auch die städtischen Kindertageseinrichtungen. Laut Stadtverwaltung ist allerdings noch nicht bekannt, welche Kinderkrippen, Kindergärten, Häuser für Kinder, Horte oder Tagesheime bestreikt werden. Die Leitungen der städtischen Kindertageseinrichtungen sollen die Eltern aber im Vorfeld, soweit bekannt, über geplante Schließungen oder Einschränkungen im Betrieb informieren. Die Stadt empfiehlt den Eltern, bei der Einrichtung ihrer Kinder direkt nachzufragen, ob sie vom Warnstreik betroffen ist. Unter www.muenchen.de/kita beantwortet das Referat für Bildung und Sport die wichtigsten Elternfragen zum Warnstreik.

Die Münchnerin Suada Konjhodzic hat grundsätzlich Verständnis für die Arbeitsniederlegung. Sie sagt: „Ich weiß nicht, ob Streik der richtige Weg ist. Aber: Erzieher ist ein anstrengender Job, der auf jeden Fall besser bezahlt werden sollte.“ Nicht jeder hat allerdings wie sie am Donnerstag eine Notfallbetreuung parat. „Ich kenne eine Familie, wo der Papa ein Restaurant hat und die Mutter auf Fortbildung ist. Da muss der Vater das Kind dann den ganzen Tag ins Restaurant mitnehmen.“ Der Kindergarten in Haidhausen, den ihre Kinder besuchen, versuche, die Mütter und Väter zu unterstützen. Der Appell: Die Eltern sollen sich untereinander helfen.

So läuft am Donnerstag der Verdi-Streik in München ab

Die Streikenden treffen sich laut Ver.di ab 9.15 Uhr an der Ecke Schwanthalerstraße/Hermann-Lingg-Straße zur Auftaktkundgebung. Ab 9.45 Uhr formieren sich die Streikenden zu einer Menschenkette, die sich entlang der Schwanthalerstraße, Hermann-Lingg-Straße, Bayerstraße und Paul-Heyse-Straße ziehen wird. Ab 10 Uhr soll die Kette für mindestens 10 Minuten geschlossen werden.

jv

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