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Versteckt sein Gesicht vor Gericht: Tinnapop K. ist zum wiederholten Mal als Vergewaltiger aufgefallen.

26-Jährigem droht Sicherungsverwahrung

Vergewaltiger gesteht vor Gericht: „Ich bin ein Pulverfass“

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Tinnapop K. droht eine lange Freiheitsstrafe. Der 26-Jährige steht wegen der Vergewaltigung einer Frau vor Gericht. Er ist Wiederholungstäter und legt ein umfassendes Geständnis ab.

München - Einen Fall wie diesen gibt es nur ganz selten. Seit Donnerstag hat am Landgericht der Prozess gegen Tinnapop K. (26) begonnen. Der gebürtige Thailänder ist wegen Vergewaltigung angeklagt. Doch nicht zum ersten Mal: Bereits im Juli 2013 war er wegen desselben Tatbestands zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Nur wenige Monate, nachdem er zur Bewährung aus der Haft entlassen wurde, vergewaltigte er am 26. November 2016 erneut eine Frau. Die Tat hat er gestern zum Prozessauftakt gestanden.

Tinnapop K. (26) redet nicht lange herum: „Ich bin ein Pulverfass und kann jederzeit hochgehen. Meine Aggressionen habe ich nicht unter Kontrolle“, sagte der Angeklagte, der von Strafverteidiger Philip Müller vertreten wird.

Opfer wartete mit Freundin auf Bahn

Am 26. November hatte K. in einer Karaokebar an der Rosenheimer Straße gefeiert. Nachts traf er dort auf Anuthida P. (54, Name geändert). Zu später Stunde war die Putzfrau nur noch dort, um mit einer Freundin zu warten, die die letzte Bahn verpasst hatte. Gegen fünf Uhr ging sie nach draußen, um zu rauchen.

Dort sprach Tinnapop K. sie an und verwickelte sie in ein Gespräch, um sie durch eine Nische in den Hinterhof zu locken, wo er ihre Zigarette anzünden wollte. Doch als Anuthida P. vor ihm stand, packte er sie und umklammerte sie mit beiden Armen. „Ruhe! Für deine eigene Sicherheit“, herrschte Tinnapop K. sie an. Dann drückte er sie gewaltsam zu Boden und ignorierte ihr Flehen, sie gehen zu lassen.

Nachbar hört Schreie der Frau

Mit einer Hand hielt er ihre Hände fest und drückte sie brutal auf den kalten Steinboden, stützte sich ab und presste sich auf sie. Mit den Knien drückte er ihre Beine auseinander und vergewaltigte sie minutenlang. Bis ein Nachbar ihre Schreie hörte.

Verschlafen schaute der Mann nach, was im Hof los war. Und entdeckte das Verbrechen. Weil er mutig auf den Vergewaltiger zulief, ergriff Tinnapop K. die Flucht.

„Durch Alkohol ist Hemmschwelle gesunken“

„Es tut mir so leid“, sagte der Täter nun vor Gericht. „Die Frau hat sich gewehrt und wollte sich losreißen. Aber durch den Alkohol ist meine Hemmschwelle gesunken.“ Heute habe er „große Schuldgefühle“ und entschuldigte sich mehrfach. „Es ist eine Schandtat. Das Schlimmste ist, dass ich sie zum Sex gezwungen habe. Ihr Nein habe ich nicht akzeptiert.“

Doch wird er das jemals? Daran zweifelt die Staatsanwältin und fragte K. minutenlang aus. Ob er sich vorstellen könnte, wie sich die Frau gefühlt hat? Ob er verstehe, was er ihrem Körper und ihrer Seele angetan hat? Tinnapop K. antwortet leise und zögerlich. Immer wieder spricht er von „meinem Opfer“ - so, als würde ihm dieser Umstand gefallen, wie die Staatsanwältin rügte. Durch die erneute Tat droht dem Vergewaltiger nun die Sicherungsverwahrung.

Andreas Thieme

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