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Hat die Tat gestanden: Süleyman D. vergewaltigte eine Studentin auf der Uni-Toilette.

Verteidiger plädieren auf Schuldunfähigkeit

Polizist über Uni-Vergewaltiger: „Wie ein kleines Kind“

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Gefängnis oder Psychatrie? Für den geständigen Vergewaltiger Süleyman D. ist vor Gericht beides möglich. Sein Opfer hat noch immer unter den Nachwirkungen der Attacke zu leiden.

München - Die Verteidiger des jungen Mannes, der im Januar auf einer Uni-Toilette eine Studentin vergewaltigt und die Tat gestanden hat, plädieren auf Freispruch. Ihr Mandant, der 26 Jahre alte Süleyman D., leide unter einer Psychose und sei deshalb nicht schuldfähig. Er sei bis zu seiner Heilung in einer Psychiatrie unterzubringen.

Die Staatsanwältin fordert dagegen eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten sowie die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik. Der Anwalt der vergewaltigten Studentin, die als Nebenklägerin auftritt, fordert zwölf Jahre Gefängnis.

Zustand des Opfers hat „sich stark verschlechtert“

Beim Prozess am Donnerstag trat der Vater der vergewaltigten Frau auf. Der Zustand seiner Tochter habe „sich stark verschlechtert“, sagte er. Die Studentin musste vorige Woche vor Gericht aussagen. Ihr Anwalt hatte versucht, ihr das zu ersparen, doch die Richter hatten seinen Antrag abgelehnt.

Nach ihrer Zeugenaussage habe die 25-Jährige einen Zusammenbruch erlitten, sagte der Vater. Sie habe das Haus zwei Tage lang nicht mehr verlassen und Antidepressiva und Paniklöser nehmen müssen. Der behandelnde Arzt habe gesagt: „Eine dauerhafte Psychose ist wahrscheinlich.“ Nur mit großer Mühe habe sich seine Tochter danach wieder zu den Vorlesungen in die Uni schleppen können.

Tatort: Auf der Toilette der LMU verging sich Süleyman D. an seinem Opfer.

Paranoide Schizophrenie bei Täter festgestellt

Zuvor hatte der Polizist als Zeuge ausgesagt, der den Täter nach dessen Verhaftung verhört hatte. „Während der Vernehmung hat er gelächelt“, sagte der Polizist. „Wie ein kleines Kind.“ Bei Süleyman D. ist eine paranoide Schizophrenie festgestellt worden, ein Gutachter hat ihm eine „eingeschränkte Schuldfähigkeit“ bescheinigt.

So ähnlich sieht das auch die Staatsanwaltschaft: D. sei zwar krank, aber dennoch schuldfähig - wenn auch nur „eingeschränkt“.

Süleyman D. wollte offenbar weitere Frau überfallen

Der junge Mann hatte der Studentin auf der Toilette aufgelauert. Er vergewaltigte sie und brach ihr dabei einen erst frisch verheilten Arm erneut. Drei Tage später wollte er laut Anklage wieder eine Studentin überfallen, wurde aber durch deren Schreie in die Flucht geschlagen. Zudem lastet die Staatsanwaltschaft ihm Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie eine weitere Körperverletzung an, weil er bei seiner Festnahme einen Polizeibeamten mit einem Faustschlag verletzt haben soll.

Süleyman D. hatte nach den Plädoyers das letzte Wort - blieb jedoch so einsilbig wie all die Tage zuvor. „Nein“, sagte er nur. Das Urteil soll an diesem Freitag fallen.

Tobias Scharnagl

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