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Der Münchner Glückspfennig ist ein beliebtes Souvenir bei Touristen. Derzeit ist der Verkauf eingestellt. Hersteller Johann Strauß weiß nun nicht, wohin mit dem Spendenerlös.

Wohin mit den Spenden?

Verwirrung um den Münchner Glückspfennig

Johann Strauß ist enttäuscht: Die Stadt hat den Vertrieb seiner Münze mit München-Silhouette eingestellt – ohne ihm den Grund zu nennen. 

München - Jeder kennt den Aberglauben: Findet man einen Pfennig, so bringt das Glück. In der Landeshauptstadt muss man die kleine Münze nicht einmal suchen. Seit 1982 stellt Johann Strauß den „Münchner Glückspfennig“ her – für all jene, die das Glück kaufen oder es anderen schenken wollen. Der Erlös geht an gemeinnützige Organisationen. 

Im Jahr 2000 hat die Stadt den Verkauf der Kupfermünzen mit München-Silhouette übernommen. Seit 2. Februar sind sie jedoch nicht mehr in der Stadtinformation im Rathaus erhältlich. Warum, hat Strauß jedoch niemand mitgeteilt. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Stefan Hauf vom Presseamt der Stadt, es handle sich lediglich um ein juristisches Problem. „Der Vertrag, der damals zwischen Herrn Strauß und der Landeshauptstadt abgeschlossen wurde, muss von unserer Rechtsabteilung geprüft werden“, so Hauf. Erst vor kurzem sei aufgefallen, dass die Formulierungen darin zu wenig juristisch gehalten sind. Um nicht in Schwierigkeiten zu kommen, verzichte die Stadt schweren Herzens während der Vertragsprüfung auf den Verkauf der Glückspfennige – obwohl der Pfennig-Verkauf in der Stadtinformation jährlich Einnahmen zwischen 5000 und 10.000 Euro brachte

Die Einrichtungen warten auf die Spenden

Glückspfennig-Erfinder Johann Strauß ist enttäuscht. Er sitzt jetzt auf insgesamt 5000 Euro Spenden, die die Verkäufe 2016 einbrachten, und weiß nicht, was er mit dem Geld nun anfangen soll. Eigentlich wollte die Stadt dafür sorgen, dass das Geld an eine gemeinnützige Organisation in München weitergeleitet wird. „Niemand von der Stadt fühlt sich dafür zuständig“, klagt Strauß. „Und darunter leiden müssen die Organisationen, die das Geld doch eigentlich dringend bräuchten.“

Aber nicht nur um die tausende Euro an Spenden, die nun niemanden mehr erreichen, sei es schade. Auch potenzielle Käufer bedauerten den Verlust des Münchner Glückspfennigs. Vor allem bei Touristen sei er als Souvenir beliebt gewesen. Und sogar der ehemalige Oberbürgermeister Christian Ude sei Fan der kleinen Münzen gewesen. „In ganzen Paketen hat er sie mit ins Ausland genommen“, erzählt Strauß.

Ebenso wie der Verkauf liegt auch das Spendengeld bis auf Weiteres auf Eis. Das Geld werde nicht angetastet, bis alles geklärt sei, sagte Stadt-Sprecher Hauf. Wie lange die Prüfung des Vertrags dauert und ob die Pfennige bald wieder in der Stadtinformation erhältlich sind, ist noch offen. Hauf versichert aber, dass die Rechtsabteilung sich beeilt: „Wir sind dran, dass wir bald wieder Gutes tun können.“

Pegah Meggendorfer

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