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Meeres- statt Zugrauschen? Die Urbanauten wollen für ihren Kulturstrand die Hackerbrücke mit Sand fluten.

Verrückte Idee: Hackerbrücke soll zum Strand werden

München - Rauschen hier bald Wellen anstelle von ICEs und S-Bahnen. Die Urbanauten wollen mit ihrem Stadtstrand umziehen - und schlagen die Hackerbrücke als neue Sandoase vor.

Musik, Liegestühle, Tonnen feinster Sand – Strandurlaub mitten in der Stadt. Der Kulturstrand der „Urbanauten“ – in den vergangenen Jahren an der Corneliusbrücke beheimatet – soll auch 2010 wieder den Münchnern einen Hauch von Urlaub bringen. Heuer allerdings mit erweitertem Kulturprogramm und neuem Standort. Die größte Strandparty der Stadt soll weiterhin jährlich stattfinden, künftig aber „alternierend alle zwei Jahre an einem anderen Platz“, erläutert Urbanautin Ulrike Bührlen.

Ihr neues Konzept haben die Urbanauten, die sich der Rückgewinnung des öffentlichen Raums für den Bürger verschrieben haben, kürzlich der Stadt vorgelegt und dafür sechs neue Stadtorte erarbeitet – von denen es einige in sich haben. Den Vater-Rhein-Brunnen, die Verkehrsinseln beim Siegestor und Isartor, den Max-Joseph-Platz, die Schwindinsel an der Maximiliansbrücke und auch die Hackerbrücke würden die Veranstalter gerne mal mit Sand fluten.

Würde die Wahl auf die Hackerbrücke fallen, müsste hier – wie bei der Mutter aller Stadtstrände, der „Paris-Plage“ an der Seine – der Verkehr rund drei Monate lang umgeleitet werden. Das Zugbrausen würde zum Meeresrauschen: Die Stadturlauber könnten dann direkt über den Bahngleisen Sandburgen in exponierter Lage bauen. Doch auch die Vorstellung, vor der Oper am Max-Joseph-Platz in der Badehose zu fläzen, ist außergewöhnlich. Die Urbanauten selbst favorisieren nach eigenen Angaben keinen bestimmten St(r)andort. „Jeder wäre auf seine Art und Weise witzig“, sagt Ulrike Bührlen.

Momentan prüft das Kreisverwaltungsreferat (KVR) alle Vorschläge. Auf Anfrage unserer Zeitung sagte KVR-Sprecher Klaus Kirchmann, dass es noch keine Entscheidung gebe. Voraussichtlich Ende dieser Woche solle nochmals mit dem Veranstalter gesprochen werden.

Starten wollen die Urbanauten am 6. Mai – egal an welcher Stelle. Nur eben nicht mehr an der Corneliusbrücke. Dies ist nach einer klaren Absage des Bezirksausschusses Ludwigs-/Isarvorstadt und nach Anwohnerbeschwerden wegen des Trubels heuer nicht gewollt.

Mit Widerstand durch den Bezirksausschuss Au-Haidhausen müssen die Urbanauten rechnen, wenn die Gegend rund um die Maximiliansbrücke den Zuschlag erhalten sollte. Das Bürgergremium hat bereits prophylaktisch „die Durchführung von kommerziellen Strandveranstaltungen auf der Wiese unterhalb der Maximiliansbrücke entschieden und mit allem Nachdruck abgelehnt“. Die BA-Vorsitzende Adelheid Dietz-Will droht bereits: „Dann gibt es mit Sicherheit Protestaktionen.“ Schließlich sei das Areal unterhalb der Brücke nach dreijähriger Bauzeit an der Kaskade jetzt endlich für Erholungssuchende fertiggestellt und befinde sich zudem in einem Landschaftsschutzgebiet. Dietz-Will: „Dieser Erholungsraum würde dann über die schönsten Wochen im Jahr blockiert.“

Carolin Högel

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