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Stundenlang war in der Nacht zum Samstag die McDonald's-Filiale am Stachus von der Polizei abgesperrt.

Mann (41) stirbt nach Schlägerei im McDonald's

München - Tödlicher Streit bei McDonald’s am Stachus: In der Nacht zum Samstag prügelten sich dort zwei Männer – nun ist einer tot und der andere im Gefängnis. Der Grund für den Streit ist noch unklar, die Männer kannten sich vorher nicht.

Es ist das Mekka der Nachtschwärmer, direkt am Stachus: Die umsatzstärkste McDonald’s-Filiale Deutschlands ist am Wochenende regelmäßig überfüllt. Doch an diesem Samstag wird das Partyvolk jäh aus seiner guten Laune gerissen: Polizisten blockieren seit Stunden die Türen, niemand kommt rein. Gegen fünf Uhr morgens machen am Brunnen Gerüchte die Runde. Es soll eine heftige Schlägerei gegeben haben. Ein junger Mann, der im Polizeibus befragt wurde, hat Tränen in den Augen. „Einer könnte tot sein“, sagt er und geht.

Mann stirbt nach Schlägerei im McDonald's

Mann stirbt nach Schlägerei im McDonald's

Wenige Stunden später ist klar: Es stimmt. Giacomo A., ein 41-jähriger Kaufmann, hat nach einer Schlägerei in dieser Nacht sein Leben verloren. Der gebürtige Schweizer starb am Samstagmittag im Krankenhaus an den Folgen der Prügelei. Der, der ihn zu Boden schlug, ist David M., 24 Jahre alt, Münchner und arbeitslos. Er sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Körperverletzung mit Todesfolge.

Joshua S. (Name geändert) saß am Nebentisch, als der Streit um 2.40 Uhr eskalierte. Um Halbfünf harrt er immer noch vor der Tür aus. „Es war im ersten Stock, in der Nähe der Toiletten“, erzählt er. „Sechs oder sieben Leute saßen an dem Tisch. Einer hatte ein Mädchen dabei, der andere ein paar Freunde.“ Plötzlich sei es laut geworden. „Ich habe noch gesehen, wie der eine vom Burger des anderen gegessen hat – dann gab es Ärger.“ Wer zuerst aufgesprungen ist, weiß er nicht mehr. „Plötzlich hat einer den anderen mit den Fäusten geschlagen.“ Der Ältere sei zu Boden gegangen – „er ist beim Fallen mit dem Kopf an die Tischkante geknallt. Dann haben die Schläge aufgehört.“

Ein Mitarbeiter von McDonald’s will allerdings gesehen haben, dass David M. noch zwei Mal zutrat, als sein Opfer bereits am Boden lag. „Es war schlimm“, sagt der Mann, der etwas abseits steht. Er beobachtet die Spurensicherung, die im ersten Stock auf und ab läuft. „Ich kam erst dazu, als die Schlägerei schon im Gange war.“ Auch er kann nicht sagen, wie es zu der Eskalation kam.

Kurz nach der Tat ist die Polizei vor Ort, nimmt David M. fest und räumt den ganzen Laden. Giacomo A. kommt in ein Krankenhaus, wo er sofort notoperiert wird – vergebens. Die Mordkommission ermittelt noch in der Nacht, der Tathergang gibt Rätsel auf. Nach Angaben eines Sprechers spielte Alkohol keine entscheidende Rolle. Eskalierte der Streit wirklich nur wegen eines Burgers? Oder ging es, wie einige Zeugen gehört haben wollen, auch um eine Frau? Die Beamten beantworten diese Fragen nicht, aus ermittlungstaktischen Gründen, wie es heißt.

Auch die Todesursache ist am Sonntag noch nicht eindeutig bestimmt. Giacomo A. starb an seinen Kopfverletzungen – ob diese von den Schlägen oder dem Sturz verursacht wurden, soll eine Obduktion klären. Ein Ergebnis lag bis zum Abend nicht vor. Der Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge ist möglicherweise ein Hinweis darauf, dass die Schläge nicht direkt zum Tod führten. Bis alle Details klar sind, gibt die Staatsanwaltschaft keine weiteren Informationen heraus.

Ann-Kathrin Gerke und Philipp Vetter

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