Videotelefonie macht es möglich: Ruth Fischer präsentiert ihren Schwestern in Peru ihren neugeborenen Sohn Max. rk

Videotelefon für junge Eltern - direkt aus dem Krankenhaus

München - So nah und doch so fern: In der Frauenklinik des Rotkreuz-Krankenhauses können Babys jetzt per Videotelefon die Welt begrüßen. Ein kostenloser Service eines Software-Herstellers.

Rund 11 000 Kilometer trennen Ruth Fischer von ihren Schwestern Lourdes und Maria. Die gebürtige Peruanerin (35) wohnt mit ihrem Mann Christian (39) in München und hat vor wenigen Tagen im Rotkreuzklinikum die eineiigen Zwillinge Max und Jago auf die Welt gebracht. Ihre Schwestern leben in Lima, der Hauptstadt Perus. Und trotzdem kann die junge Mutter ihr Glück mit der Verwandtschaft am anderen Ende der Welt teilen: per Videotelefon.

In der „Skype-Ecke“ in der Frauenklinik des Rotkreuzklinikums können Eltern den Service seit einigen Wochen kostenlos nutzen. Das Gerät hat der Software-Anbieter Skype in einem Pilotprojekt zur Verfügung gestellt. Seine unentgeltlich erhältliche Software ermöglicht das kostenlose (Video-)Telefonieren zwischen Skype-Nutzern. Voraussetzung: Beide Gesprächspartner müssen einen Computer oder ein spezielles Telefon und Internetanschluss haben. Neben Kliniken in München und Hamburg stattet Skype auch Krankenhäuser in mehreren europäischen Ländern mit Videotelefonen aus.

Nicht nur die Eltern, sondern auch die Klinik-Verantwortlichen sehen das als Bereicherung. „Junge Eltern nutzen das Internet heute ganz selbstverständlich als Plattform für Live-Kommunikation“, erklärt Pflegedirektorin Regine Reuter. „Dass wir diesen Service jetzt auch direkt in der Klinik anbieten können, ist eine tolle Sache.“ Im Rotkreuzklinikum wird die Skype-Ecke rege angenommen. Strahlend halten Eltern hier ihr Neugeborenes vor die Kamera.

Als sich Ruth Fischer einwählt, ist es in Peru mitten in der Nacht. Ihre Schwestern Maria und Lourdes sind extra wach geblieben und warten sehnsüchtig auf den Anruf. Als sie ihren Neffen Max auf dem Bildschirm sehen, weicht schlagartig der letzte Anflug von Müdigkeit aus ihren Gesichtern. Entzückensrufe dringen aus dem Lautsprecher. Die beiden können sich gar nicht satt sehen an dem hübschen Baby mit den dunklen Haaren.

Janina Ventker

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