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Fokus auf die Fahrgäste: Allein in diesem Bahnsteig-Bereich am Marienplatz sind fünf Kameras (rote Kreise) im Einsatz.

Mehr Kameras für mehr Sicherheit

Video-Überwachung in der Bahn: Über 500 Kameras filmen die Münchner

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Ganz Bayern rüstet auf: Mehr Überwachung für mehr Sicherheit, lautet die Devise. Auch in der Bahn sollen noch mehr Kameras eingesetzt werden. Wir haben uns den Ist-Zustand man angesehen.

München - Er hatte Frauen begrapscht, wollte sie küssen. Doch bevor der Sextäter (22) um 4 Uhr früh am S-Bahnhof Marienplatz noch Schlimmeres anstellen konnte, schnappte ihn die Polizei. Dank Videokameras...

Ein Fall, der vor Monaten passierte und zeigt: Überwachung kann uns vor Gewalt schützen. Und es werden immer mehr Kameras: Nach seinem Plan „Sicherheit durch Stärke“ will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (60, CSU) die Videoüberwachung weiter drastisch ausbauen – bald sollen der Polizei sogar Live-Bilder aus U- und S-Bahnzügen zur Verfügung stehen. Schon jetzt sind wir im Münchner Untergrund voll im Blick: Wir zählten allein am Marienplatz an den beiden übereinanderliegenden S-Bahnsteigen Richtung Ostbahnhof und Hauptbahnhof 35 Kameras, im Marienplatz-Zwischengeschoss noch einmal mindestens 20.

Die genaue Anzahl der Videokameras am Marienplatz möchte die S-Bahn nicht preisgeben. Insgesamt aber gibt es 582 an den Stationen im Bereich der S-Bahn München und 3988 in den S-Bahnen selbst, das sind 180 mehr als vor drei Jahren – auch, weil die Bahn auch 15 neue Züge angeschafft hat. Bayernweit sind insgesamt 1150 Kameras an den Bahnhöfen registriert.

Die Aufzeichnungen vom Marienplatz werden – wie alle der Stammstrecke – in die 3-S-Zentrale zum Hauptbahnhof geleitet. Das dortige DB-Team ist für alle Bahnhöfe in Schwaben und Oberbayern zuständig. Von den insgesamt 900 Kameras zeichnen 660 nur auf, 240 können dagegen zur Live-Überwachung direkt genutzt werden. Die Abschreckung hat Erfolg: Der Vandalismus bei der Bahn ging im letzten Jahr um fünf Prozent zurück.

Gefilmt werden die Münchner Fahrgäste nicht nur von den S-Bahn-Kameras. Die Stadtwerke haben 3800 Stück in U-Bahnen, Trambahnen und Bussen angebracht, dazu kommen noch einmal gut 1600 in den U-Bahnhöfen, das sind knapp 200 mehr als 2014. Allein 20 Kameras befinden sich übrigens im Bereich des Bahnsteiggeschosses am Marienplatz. Die Bilder dort werden an das MVG-Betriebszentrum sowie die Polizei übertragen und sieben Tage lang gespeichert.

Da wirken die neun Kameras, die der Münchner Polizei gehören (drei am Sendlinger Tor, drei am Bahnhofsplatz Stachus und drei am Hauptbahnhof) wie die berühmten Peanuts… Die Videoüberwachung wird deutschlandweit weiter zunehmen: Bahn und Bund wollen bis 2023 rund 85 Millionen Euro in den Ausbau investieren.

Das halten die Münchner von den Überwachungskameras

Gibt mir ein gutes Gefühl

Andrea Pregler (53), Angestellte, aus München

Die Videokameras wirken sicherlich abschreckend auf Täter. Von mir aus könnte es noch mehr davon geben, weil ich hoffe, dass dadurch weniger passiert. Ich habe gar kein Problem, dass ich gefilmt werde, auch nicht auf der Wiesn. Ich fühle mich durch die Kameras sicherer, habe gerade am Abend ein beruhigtes Gefühl.

Hilft, Täter zu identifizieren

Oliver Thienel (19), Azubi zum Medizinischen Fachangestellten, aus München

Die Videoüberwachungskameras finde ich schon gut. In letzter Zeit gab es an Bahnhöfen des Öfteren Übergriffe. Ich denke, das hier ist die einzige Möglichkeit, die Täter zu identifizieren. In Berlin konnten sie ja so auch den U-Bahn-Treter schnappen.

Fühle mich deutlich sicherer

Anneliese Strubl (80), Rentnerin aus München

Mir geben die Videokameras eine gewisse Sicherheit, denn ich gehe abends gern ins Theater und Konzert und finde es gut, dass Bahnhöfe überwacht werden. Ich kann auch nicht verstehen, dass jemand etwas gegen die Aufzeichnungen hat. Denn wenn ich nichts verbrochen habe, habe ich auch nichts zu verbergen.

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