Neue Studie

So viel verdient München an der Kreativwirtschaft

München - Der Kreativbranche in und um München geht es gut. 22,9 Milliarden Euro setzte sie im Jahr 2014 um und liegt international mit Städten wie London und Paris gleich auf, belegt eine neue Studie.

„Die Metropolregion München hat kein Substanzproblem, nur ein Vermittlungsproblem“, fasst Kulturwirtschaftsforscher Michael Söndermann das Ergebnis seiner Studie zur Lage der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Region zusammen. Die wurde gestern vorgestellt und belegt zumindest den ersten Teil dieser Aussage eindeutig.

In der Region, die neben München 31 weitere Städte und Landkreise umfasst, erwirtschafteten die ansässigen 54 700 Selbstständigen und Unternehmen der Kultur- und Kreativbranche im Jahr 2014 22,9 Milliarden Euro. Ähnliche Zahlen erreichen in Deutschland nur noch die wesentlich größeren Bundesländer Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Am umsatzstärksten ist die Medienbranche. 15,2 Milliarden Euro erwirtschaftete sie 2014. Innerhalb dieser Gruppe tut sich besonders der Software- und Games-Sektor mit 5,1 Milliarden Euro Umsatz hervor. Diese Branche ist allerdings bundesweit wirtschaftlich stark. Bemerkenswerter sind da die Zahlen des Rundfunksektors: 4,5 Milliarden Euro setzte der im untersuchten Jahr um. Das entspricht einem Anteil von 55 Prozent am gesamten deutschen Rundfunkumsatz. Ähnlich stark ist auch die hiesige Filmbranche, die mit 2,2 Milliarden Euro rund ein Drittel der bundesdeutschen Filmumsätze generiert.

Und auch im europäischen Vergleich schlägt sich die Region gut: Die EU-Kommission zählt sie mittlerweile – neben Paris und London – zu den stärksten Bereichen der Kreativwirtschaft in Europa. Dass vielen der Name München trotzdem nicht sofort einfällt, wenn es um Kunstzentren geht, wissen auch die Macher der Studie. Bürgermeister Josef Schmid (CSU) versprach deshalb, sich in der Zukunft noch stärker um das von Söndermann angesprochene „Vermittlungsproblem“ zu kümmern: „Es geht um Sichtbarkeit, und die erzielt man zum Beispiel mit Leuchtturmveranstaltungen, an denen auch international führende Köpfe teilnehmen.“ Als geglücktes Beispiel nannte er die alljährliche Unternehmensgründerkonferenz „Bits & Pretzels“.

Ein weiterer Fokus der Studienmacher gilt den Beschäftigten der Kreativindustrie. Denn der Report zeigt auch, dass von den 179 000 Menschen, die in der Region in künstlerischen und kreativen Berufen tätig sind, nicht wenige in unsicheren und unterbezahlten Verhältnissen arbeiten. Hans-Georg Küppers, Münchens Kulturreferent, stellte bei der Vorstellung der Studie fest: „Diese Akteure sind oft der Ursprung von Wertschöpfungsketten. Ihr zentraler Part zahlt sich für sie selbst allerdings noch zu wenig aus. Es muss gelingen, die Ideengeber als Unternehmer zu stärken und sie an der Wertschöpfung zu beteiligen.“ Schon jetzt leiste die Stadt mit ihrem Kompetenz- und Kreativteam, das Künstler unternehmerisch berät, einen wichtigen Beitrag. In Zukunft wolle man solche Bemühungen ausbauen. Denn,wie Küppers sagt, „auch als Kreativer ist es nicht verwerflich, von seiner Arbeit leben zu wollen“.

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