AfD-Politiker abgewählt: Rechtsausschuss-Vorsitzender Brandner muss gehen

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Professor als OB? Nida-Rümelin bleibt locker. rk

Vier Jahre vor der OB Wahl: Nida-Rümelin läuft sich warm

München - Julian Nida-Rümelin macht offenbar ernst. Schon länger ist der frühere Kulturstaatsminister in der SPD als Nachfolger von OB Ude im Gespräch. Nun geht er auf Tour durch die Ortsvereine – und will sogar Präsident der LMU werden.

Warum tut sich dieser Mann das an? Normalerweise spricht Julian Nida-Rümelin, Professor für Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), auf internationalen Symposien vor Studenten oder Fachkollegen. Als früherer Kulturstaatsminister ist der smarte 55-Jährige schließlich ein gefragter Mann. Seit kurzem aber ist Nida-Rümelin auf Ochsentour durch die 44 Ortsvereine der Münchner SPD. Im November hatte der SPD-Politiker und frühere Münchner Kulturreferent die Parteibasis angeschrieben – mit dem Angebot, dort zu referieren. Am Dienstag trat Nida-Rümelin im Schwabinger Bürgerbüro des Landtagsabgeordneten Franz Maget auf, nachdem er in der Einladung schon als „Hoffnungsträger der Münchner SPD“ bezeichnet worden war. Heute wird der Ortsverein Alte Heide sein Publikum sein. Am 9. März will er vor dem Kulturforum der Partei zum Thema „Soziale Demokratie als globales Projekt“ sprechen.

Nur warum? „Ich bin überzeugt, dass er OB-Kandidat werden will“, sagt einer aus dem Vorstand der Münchner SPD. Nida-Rümelin wolle sich ins Gespräch bringen. Deshalb stelle er sich der Partei vor. Vermutlich aber auch, um zu beweisen, dass er nicht der abgehobene Professor ist, als der er mitunter gilt.

Dass Nida-Rümelin etwas vorhat, darüber spekuliert die SPD schon länger. Spätestens seitdem er im Herbst in den Bundesvorstand der SPD gewählt wurde. Damit aber nicht genug. Der Professor, der mit der französisch-deutschen Schriftstellerin Nathalie Weidenfeld verheiratet ist, will sogar Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität werden. Am 1. Juni wird er den amtierenden Präsidenten Bernd Huber herausfordern. „Ich habe mich beworben“, bestätigte Nida-Rümelin gegenüber unserer Zeitung. Der Professor ist ein Kritiker der durch die Reform von Bologna angestoßenen Verschulung der deutschen Universitäten. Der Posten des Präsidenten an der größten Münchner Hochschule wäre wohl eine gute Chance, in der Öffentlichkeit an Renommee zu gewinnen – was für einen Erfolg bei der OB-Wahl 2014 und den Einzug ins Rathaus unabdingbar wäre.

Sofern Nida-Rümelin das auch tatsächlich will. „Bis 2014 ist noch lange hin“, wiegelt er ab. „Es gibt in der SPD noch viele andere, die dafür in Frage kommen.“ Auch betont er: „Ich mache die Tour durch die SPD-Ortsvereine nicht mit dem Ziel, irgendetwas zu werden.“ Er mache sich nur Sorgen um den Zustand der Partei. Seit kurzem ist Nida-Rümelin Vorsitzender der Grundwerte-Kommission der SPD. Sein Engagement sei demnach eher dieser Rolle geschuldet. „Es geht mir um die programmatische Erneuerung der SPD“, sagt Nida-Rümelin.

Hat er also keinen Hintergedanken an 2014? Die Parteibasis in Schwabing geht am Dienstag jedenfalls davon aus, dass der Professor das Zeug zum Rathaus-Chef hätte. „Ich würde ihn wählen“, meint eine Genossin. „Der ist gut für jede Position“, urteilt ein anderer. Und als Nida-Rümelin erzählt, dass in Kroatien mit Ivo Josipovic ein Juraprofessor zum Präsidenten gewählt worden sei, frotzelt ein Genosse: Dann könne doch in München auch ein Professor OB werden. Nida-Rümelin lacht. Ein Dementi sieht anders aus.

Ein weiterer Besucher bringt es an diesem Abend auf den Punkt. Selbst wenn Nida-Rümelin OB werden wollte – „er darf sich nicht zu früh outen“.

Matthias Kristlbauer und Kolja Kröger

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