Ein Rotkelchen besucht seine Urahnen: Der Vogel ist zur heimlichen Attraktion der Dinoausstellung mit Archaeopteryx-Fossilien, Saurierskeletten und Gummidinos geworden. Klaus Haag

Der Vogel und die Dinosaurier

München - Auf den Mineralientagen wird ein Rotkehlchen ganz unerwartet zum Star – und stiehlt den seltenen Archaeopteryx-Fossilien die Schau.

Die Stars der diesjährigen Mineralientage sollten eigentlich sechs versteinerte Vögel aus der Urzeit vor 150 Millionen Jahren sein. Sechs von weltweit nur zehn bekannten Archaeopteryx-Exemplaren – und zum ersten Mal sind sie jetzt in München gemeinsam zu sehen. Doch ein recht lebendiger Vogel stiehlt den versteinerten Gesellen die Show: ein Rotkehlchen.

Plötzlich war es da, als Mitarbeiter der Münchner Landschaftsgärtnerei „Schleitzer“ sich in Halle A5 der Messe Riem daran machten, meterhohe Kiefern, Farne, einen kleinen See und Wasserfälle aufzubauen. Ein Dinosaurierpark nicht nur für die sechs Archaeopteryx-Fossilien und eine versteinerte Feder des Urvogels, sondern auch für komplette Skelette von Dinosaurieren. Zu sehen ist der Landräuber Allosaurus und der mit einem Stachelschwanz bewehrte Stegosaurus.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, das Rotkehlchen sei den Kisten entschlüpft, in denen das Grünzeug angeliefert wurde. Doch Gärtner Daniel Jehle hat eine andere Erklärung: „ Es ist einfach durch die großen Türen reingeflogen.“ Denn so etwas geschehe oft, wenn er und seine Kollegen auf Messen eine Landschaft bauen. Meist fliegen die Tiere aber nach ein paar Tagen wieder davon.

Am Donnerstag dann konnte das Rotkelchen erleben, wie die Schaukästen aufgestellt wurden und die sechs Archaeopteryx-Fossilien aus dem Paläontologischen Museum in die Saurierausstellung in der Messe Riem gebracht wurden. Die Spezies, von denen es vielleicht abstammt. Denn der Archaeopteryx gilt Wissenschaftlern als Bindeglied in der Evolution vom Dinosaurier zum Vogel. Davon weiß das Rotkehlchen natürlich nichts. Aber es hat aus sicherer Entfernung interessiert zugeschaut, wie die Ausstellung aufgebaut wurde, erzählt Jehle.

Unter den Fachbesuchern, denen die Mineralientage am Freitag vorbehalten war, sprach sich die Nachricht vom lebenden Vogel, der zwischen seinen Urahnen herumflattert schnell herum. Einige Besucher sollen sogar nur in den „Fossilpark“ in Halle A5 gekommen sein, um es zu sehen. Heute haben die Mineralientage von 9 bis 19 Uhr, morgen von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte für Erwachsene kostet 12 Euro, Kinder zahlen die Hälfte.

Kolja Kröger

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