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Vorbild Berlin: Die Anzeige oberhalb des U-Bahnwaggons gibt einen Hinweis darauf, wie voll dieser ist.

Antrag der Fraktion 

Volle U-Bahnen: CSU will Frühwarnsystem für Fahrgäste 

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Ein neues System, um anzuzeigen, wie voll die einzelnen U-Bahn-Züge sind: Die CSU hat die MVG nun mit einer Prüfung beauftragt. Vorbild ist Berlin. 

Volle U-Bahnen sind in München keine Seltenheit, gerade im Berufsverkehr purzeln meist schon die ersten Menschen aus den Zügen, sobald diese nach dem Einfahren die Türen öffnen. Welche Waggons voll sind, in welchen noch Platz ist – das lässt sich für die Wartenden am Bahnsteig meist erst in solchen Momenten erkennen. Damit soll nun Schluss sein, fordert die CSU im Rathaus. Mit einem Antrag will die Fraktion um Bürgermeister Manuel Pretzl ein Pilotprojekt der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) anstoßen.

Vorbild ist ein Versuch der Berliner Verkehrsgesellschaft. In der Bundeshauptstadt gibt es seit Kurzem an der Haltestelle des Bundestages Anzeigen auf Länge des U-Bahn-Halts. Mit drei weißen Männchen wird Auskunft gegeben, wie voll die Waggons der nun einfahrenden Züge im Einzelnen sind. Um dies zu ermitteln, sind in Berlin die 360-Grad-Kameras der U-Bahn-Züge der Linie U55 mit neuer Technik ausgerüstet worden. Die Kameras zählen die Fahrgäste in den Waggons und senden die Information an das Anzeigesystem der Station. Auf den Tafeln leuchteten dann je nach Auslastung eine, zwei oder drei stilisierte Personen auf.

Bürgermeister Manuel Pretzl sagte: „Die U-Bahnen sind das Nervensystem unserer Stadt. Angesichts des stetigen Bevölkerungswachstums muss es unser Ziel sein, dieses Nervensystem so leistungsfähig und attraktiv wie nur möglich zu machen. Neben dem Bau neuer Linien gilt es deswegen auch, alle technischen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, zu nutzen.“ Mit dem neuen System könnten sich die Fahrgäste besser auf dem Bahnsteig verteilen und die für sie ideale Einstiegsposition wählen. „Dadurch würde dieses System einen wichtigen Betrag dazu leisten, den Einstieg in die U-Bahnen stressfreier zu machen sowie die An- und Abfahrt der U-Bahnen zu beschleunigen.“

2018 verzeichnete die MVG insgesamt 596 Millionen Fahrgäste und damit einen neuen Rekord. Auf die U-Bahn entfielen 413 Millionen Fahrgäste, auf die Tram 122 Millionen und auf den Bus 214 Millionen.

Bei der MVG rennt die CSU offene Türen ein. Sprecher Matthias Korte sagte auf Anfrage: „An dem Thema sind wir dran. Da wollen wir uns die Digitalisierung zunutze machen.“ In den U-Bahnhöfen Fröttmaning (U6) und Hauptbahnhof (U4/U5) werde die Auslastung am Bahnsteig bereits testweise mit Videokameras erfasst und in die Leitstelle übertragen. „Wir haben vor, auch einen ersten Pilotversuch mit U-Bahn-Wagen zu starten, bei den C2-Zügen geht dies zum Beispiel über die Erfassung des Gewichts.“ Was da die beste Lösung ist, prüfen die Verkehrsbetriebe derzeit.  SASCHA KAROWSKI

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