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Schwerer Unfall

Vom Sonnenschirm niedergestreckt: Arzt verklagt Reiseveranstalter

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Ein Arzt verklagt seinen Reiseveranstalter, weil er in einer Ferienanlage von einem umherfliegenden Riesen-Lichtschutz verletzt wurde. 

München - Es mag Pech gewesen sein oder der Wind. Oder die Schuld des Reiseveranstalters. Fest steht jedenfalls zu Beginn dieses Schadensersatz-Prozesses, dass Peter L. (Name geändert) schlimm erwischt wurde: Im Sommer 2016, auf Gran Canaria, von einem umherfliegenden Sonnenschirm. Mit seiner Frau hatte der Arzt dort seinen Urlaub verbracht, die beiden lagen am Pool, als eine Böe den immensen Schirm plötzlich aus der Verankerung hob. Er flog in die Luft, und traf den Kopf von Peter L., der sofort besinnungslos zusammenbrach. Die anderen Gäste der Ferienanlage sahen den Arzt blutend im Pool treiben, Rettungskräfte hievten ihn schließlich aus dem Wasser. Und am Ende hatte Peter T. wohl noch Glück gehabt, dass er an diesem verhängnisvollen Tag nicht alleine zum Baden gegangen war: Er überlebte.

Vor dem Landgericht hat er den Reiseveranstalter nun verklagt und fordert mindestens 20 000 Euro. Denn der Vorfall hatte schlimme Konsequenzen: Peter L. erlitt einen Schlaganfall und kämpft mit einer halbseitigen Lähmung. Zum Prozess konnte er deshalb auch nicht persönlich erscheinen.

Andere Reisegäste berichteten aber von dem Tag, der dem Kläger beinahe das Leben gekostet hätte. „Es war extrem windig“, erinnerte sich ein Pärchen aus Norddeutschland. „Der Schirm löste sich, hob sofort ab und erwischte den Mann dann mit der scharfen Kante.“ Mit ihrem Handy hatten sie den Schirm fotografiert: Mehrere Meter war dieser hoch und breit, kein einfacher Schirm also für ein Sonnenbett, sondern einer für einen ganzen Tisch im Restaurant. „Der Mann hatte noch Glück, dass er nicht wie von einem Speer getroffen wurde.“ Dann vermutlich hätten auch die Rettungskräfte nichts mehr für Peter L. tun können.

Da er seit mehr als einem Jahr nicht mehr arbeiten kann, will er vom Landgericht nun auch feststellen lassen, dass der Reiseveranstalter verantwortlich für den Unfall ist, schließlich fand das Malheur auf dessen Grundstück statt. Folglich fordert Peter L. auch, dass der Reiseveranstalter für alle Folgeschäden aufkommen muss – so etwa für eine mögliche Pflegesituation. Sein Anwalt André Kiesel sagt: „Mein Mandant hat auch schwere Nervenschäden erlitten.“

Der Reiseveranstalter weist die Schuld von sich. Sowohl den Unfall an sich bestreitet er als auch die Kausalität zwischen Unfall und den Verletzungen. Für die Zeugen aus Gran Canaria ist das „eine Frechheit“. Der Prozess dauert an. 

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