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Schweine in einem Schlachthof (Symbolbild).

650 Schweine verbrannt

Vorfall im Schlachthof: „Tierwohl bewusst mit Füßen getreten“

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Nach dem Vorfall im Schlachthof, wonach Kadaver von 650 Schweinen verbrannt werden müssen, reagieren Rathauspolitiker verärgert. Die Grünen haben eine Anfrage gestellt, fordern Aufklärung von der Verwaltung.

München - Fraktionschefin Katrin Habenschaden sagte: „Eine derartige Verkettung von Fehlern, an deren Ende der völlig sinnlose Tod von 650 Tieren steht, darf sich nicht wiederholen. Die Behörden müssen garantieren, dass die Schlachtvorschriften eingehalten werden.“

Wie unsere Zeitung exklusiv berichtet hatte, sind am Schlachthof 650 Schweine geschlachtet worden, obwohl sie vorher nicht von einem Amtsveterinär untersucht worden waren. Die Folge: Die Kadaver müssen aus rechtlichen Gründen verbrannt werden, sind nicht als Lebensmittel verwendbar. Nach Auskunft des Kreisverwaltungsreferates war der Vorfall mehr oder weniger zufällig bekannt geworden. „Das Veterinäramt wurde durch den Schlachthofbetreiber erst kurz vor Schlachtende am Rande eines aus einem anderen Grund vereinbarten Gesprächs informiert“, sagte ein Sprecher. Der Betreiber, die Schweineschlachtung München GmbH, hat sich entschuldigt und Aufklärung versprochen. Geschäftsführer Markus Pöllot sagte: „Wir prüfen mit Nachdruck, wie es dazu kommen konnte.“ Die Grünen wollen in ihrer Anfrage nun wissen, ob die Behörden tatsächlich nur zufällig von der Panne erfahren haben. Die Stadt bestätigte gestern „umfassende behördliche Ermittlungen“. Einen vergleichbaren Fall habe es noch nie gegeben.

„Hier müssen wir unbedingt nachhaken“

CSU-Vize Evelyne Menges ist ebenfalls empört: „Die Art der Schweineschlachtung sehe ich ohnehin kritisch, denn die erfolgt im Akkord. Wenn der Betrieb schon seine eigenen wirtschaftlichen Interessen bei 650 Schweinen nicht wahrt, kann man dann noch darauf vertrauen, dass das Tierwohl bei der Schlachtung beachtet wird? Hier müssen wir unbedingt nachhaken.“ Habenschaden: „Auch bei gutem Willen, den man den dort Beschäftigten nicht einfach absprechen darf, sind Fehler und Irrtümer nicht völlig auszuschließen und können dann traurige Konsequenzen haben.“

Auch die tierschutzpolitische Sprecherin der SPD, Bettina Messinger, verlangt eine rückhaltlose Aufklärung, um jede Wiederholung zu vermeiden. „Die Verantwortlichen beim Schlachthofbetreiber müssen zur Verantwortung gezogen werden, das schließt mögliche Bußgelder mit ein.“ Aus reiner Profitgier dürfe sich niemand über Rechtsvorschriften hinwegsetzen. „Tierwohl und Verbraucherschutz wurden hier völlig bewusst mit Füßen getreten.“

Der Stadtrat hatte 2017 die Tierarztkontrollen verstärkt, zusätzliche Stellen geschaffen und eine Videoüberwachung eingeführt. Die Schlachtung ist durch europäisches Recht geregelt. Demnach muss ein Veterinär die Tiere vor dem Schlachten untersuchen, ein anderer prüft das Fleisch im Anschluss und versieht es mit einem Stempel. Die Eingangsuntersuchung hatte am 10. Januar im Schlachthof nicht stattgefunden.

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