Der Wimpel darf nicht fehlen: So bleibt der Fahrradanhänger auch im Blickfeld von Autofahrern. Foto: GMS

Vorteil Fahrradanhänger

München - Die Wagen bieten Kindern im Straßenverkehr mehr Schutz als Kindersitze auf dem Gepäckträger.

Auf den Radwegen in der Stadt sind sie allgegenwärtig: Die Fahrradanhänger, mit denen Eltern ihre kleinen Kinder transportieren. Viele Eltern haben mittlerweile umgesattelt und verzichten auf den herkömmlichen Kindersitz, der auf dem Gepäckträger befestigt wird. Doch welches Transportmittel ist sicherer – Kindersitz oder Fahrradanhänger?

Am Mittwoch wurde in München ein Fahrradfahrer bei einem Verkehrsunfall mit einem LKW schwer verletzt (wir berichteten). Seine beiden Söhne aber, die im Anhänger saßen, blieben wie durch ein Wunder unverletzt. „Der Unfall wäre sicherlich nicht so glimpflich für die Kinder verlaufen, wenn sie in einem Kindersitz auf dem Fahrrad gesessen hätten“, sagt Hubert Paulus, Sicherheitsexperte beim ADAC. Denn aus einem Kindersitz können die Kinder bei einem Unfall aus einer Höhe von über einem Meter auf den Asphalt fallen und sich dabei schwer verletzen. „Der Anhänger dagegen bietet den Kindern mehr Schutz“, so Paulus. Bei einem Zusammenprall mit einem anderen Fahrzeug werden die Kinder nämlich nicht aus dem Anhänger geschleudert.

Über 2500 Münchner Radfahrer kamen im vergangenen Jahr bei Unfällen im Straßenverkehr zu Schaden, sieben von ihnen starben. Wie oft Kinder bei solchen Unfällen beteiligt sind, ist nicht bekannt. Doch die Unfallstatistik der Polizei zeigt, dass Fahrradfahrer im Straßenverkehr sich und ihre Kinder besonders schützen müssen.

Thomas Oberst vom TÜV Süd empfiehlt, die Entscheidung zwischen Kindersitz und Anhänger von der jeweiligen Situation abhängig zu machen, denn beide Transportmittel bieten Vorteile.

Mit einem Kindersitz sei der Radler wendiger und könne besser rangieren, so Oberst. Doch Fahrräder mit Kindersitzen können aufgrund ihres höheren Schwerpunktes schneller umkippen. Die Anhänger dagegen sind stabiler und bieten zudem viel Stauraum. Bis zu zwei Kinder finden hier Platz und wenn sie unterwegs müde werden, können sie auch mal ein Nickerchen einlegen.

Der ADAC-Sicherheitsexperte Paulus warnt allerdings, dass Autofahrer im Straßenverkehr die Anhänger schnell mal übersehen. „Deshalb muss unbedingt ein Sicherheitswimpel angebracht werden“, so Paulus. Wer sich für einen Anhänger entscheidet, sollte vor allem ein Fahrrad mit guten Bremsen haben. Der Anhänger sollte einen Überrollbügel haben und gut gefedert sein. Und Paulus betont: Der Fahrradhelm dürfe auch im Anhänger nicht fehlen. lot

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