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Viel schwarz und ein bisschen grün: Diese Grafik zeigt, welche Parteien in den diversen Münchner Stadtteilen vorne lagen.

Öko-Partei weist SPD in die Schranken

So hat München gewählt: Grüne Inseln im schwarzen Meer

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Grüne und FDP sind die großen Gewinner der Bundestagswahl in München. Die Öko-Partei wurde in drei der 25 Stadtbezirke sogar stärkste Kraft. Die restlichen 22 Bezirke gewann die CSU. Die SPD kam in keinem einzigen Viertel über 20 Prozent.

München - München hat ein wenig anders gewählt als der Rest der Republik: Während die AfD fast überall in Bund und in Bayern enorm hohe Zuwächse verzeichnet, profitieren in der Landeshauptstadt auch FDP, Grüne und Linke außerordentlich vom Desaster der SPD und CSU. Das Ergebnis der AfD stieg im Vergleich zu 2013 von 4,5 auf 8,4 Prozent. Die Linken legten von 4,6 auf 8,3 Prozent zu. Die Grünen verbesserten sich von 14,1 auf 17,2 Prozent, die FDP gar von 7,7 auf 14,2 Prozent.

Die Verluste von CSU und SPD waren mit 7,8 Prozent identisch. Wobei das Ergebnis der Sozialdemokraten ein noch größeres Desaster darstellt, weil sie mit 16,2 Prozent sogar hinter die Grünen zurückfielen. Die CSU ist mit 30,0 Prozent noch klar stärkste Partei. Die Grünen hatten in drei der 25 Stadtbezirke die Nase vorn, die restlichen 22 gingen an die CSU.

Jubel bei den Grünen: Die Partei hat die SPD in München hinter sich gelassen und war sogar in drei Stadtteilen erfolgreicher als die CSU.

Grüne in drei Stadtteilen bei rund 25 Prozent

Hochburg der Grünen ist die Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt mit 25,6 Prozent. In Au-Haidhausen und auf der Schwanthalerhöhe erreichte die Öko-Partei jeweils 24,9 Prozent und konnte hier ebenfalls die CSU auf Platz zwei verweisen. Stark waren die Grünen auch noch in Sendling (22,9 Prozent), der Maxvorstadt (21,9) und Schwabing-West (21,1).

Die SPD schaffte in keinem einzigen der 25 Bezirke den Sprung über die 20-Prozent-Marke - nicht einmal mehr in einstigen Hochburgen wie Moosach, Milbertshofen oder Obergiesing. In Milbertshofen gab es mit 19,3 Prozent noch das beste Ergebnis.

Konnten ihr Glück kaum fassen: Die frischgebackenen und wiedergewählten Grünen Bundestagsabgeordneten Margarete Bause (li.) und Dieter Janecek mit der Landesvorsitzenden der bayerischen Grünen, Sigi Hagl, und dem Fraktionsvorsitzenden der bayerischen Landtags-Grünen, Ludwig Hartmann (hinten), auf der Wahlparty am Sonntag im Ampere.

CSU nahe des Zentrums eher schwach

Die CSU schnitt in den zentrumsnahen Bezirken schwach ab. Ihre besten Ergebnisse holten die Christsozialen in Allach-Untermenzing mit 38,5 Prozent sowie in Trudering-Riem und Aubing-Lochhausen-Langwied mit jeweils 36,1 Prozent. Dennoch musste die CSU in diesen Bezirken mit einem Minus von etwa neun Prozent überproportional hohe Verluste hinnehmen.

Die FDP erreichte - wenig überraschend - in den bürgerlichen Bezirken ihre besten Ergebnisse. Am stärksten schnitten die Liberalen im Stadtbezirk Altstadt-Lehel (21,2 Prozent), in der Maxvorstadt (19,2), in Bogenhausen (18,0) und in Schwabing-Freimann (17,1) ab. Die AfD-Hochburgen fanden sich in Vierteln, in denen früher die SPD stark war: Moosach (11,0 Prozent), Milbertshofen (11,2), Feldmoching-Hasenbergl (13,2) und Ramersdorf-Perlach (11,0). Auffällig: Die Rechtspopulisten haben offenbar nahezu das gesamte Potenzial an Neonazis gebunden. Die NPD spielt stadtweit mit 0,1 Prozent überhaupt keine Rolle mehr. Nicht punkten konnte die AfD zum Beispiel in der Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt, wo sie nur 4,5 Prozent der Stimmen errang.

Hochburgen der Linken waren Sendling (11,4 Prozent), Au-Haidhausen (10,8) und die Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt (10,7).

Klaus Vick

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