„Land unter“ - Gewitterfront rollt über Deutschland - Autofahrerin muss aus Geröllmassen gerettet werden

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Wanderer stirbt im Schneetreiben

Amberg/Saalfelden - Es schneit heftig, drei Freunde kämpfen sich mühsam vorwärts. Doch 500 Meter vor dem ersehnten Ziel, dem Ingolstädter Haus im Steinernen Meer, bricht einer der drei zusammen - Tod durch Erschöpfung.

Die Höhentour vom Riemannhaus zum Ingolstädter Haus im Steinernen Meer südlich des Königssees ist bei gutem Wetter in dreieinhalb Stunden zu bewältigen - eine Wanderung mit dem Schwierigkeitsgrad "mittel". Doch oberhalb von 2000 Meter ist in den Alpen im bayerisch-österreichischem Grenzgebiet längst der Winter angebrochen.

Auch am Dienstag gegen 13 Uhr schneit es - zunächst leicht, dann immer heftiger. Trotzdem brechen ein 43-jähriger Wanderer aus Amberg/Oberpfalz und zwei Freunde aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach zu der Tour auf. Sie sind keine Turnschuh-Touristen, sondern ordentlich ausgerüstet, aber: "Sie haben die Verhältnisse ganz falsch eingeschätzt", sagt Bernd Tritscher von der Bergrettung im österreichischen Saalfelden. Die Route entlang des sogenannten Eichstätter Wegs zieht sich hin, bis zur Hüfte versinken die drei Wanderer im Schnee. Immer wieder kommen sie ganz vom Weg ab - die Orientierungsmarken sind im Schnee nicht mehr zu erkennen. "Bei schlechtem Wetter ist es fast unmöglich, den Weg zu finden", sagt Bergwachtleiter Tritscher.

Trotzdem: Zu einer Umkehr können sich die Drei nicht entschließen. Sie wagen die Flucht nach vorn. Der 43-jährige Amberger - er hat eine sportliche, durchtrainierte Statur - geht vorweg und spurt dadurch den Weg für die beiden nachfolgenden Freunde. Total durchnässt sind die Oberpfälzer, und unterkühlt. 500 Meter vor dem Ziel schwinden die Kräfte.

Gegen 21 Uhr kommt einer der Wanderer total erschöpft am Ingolstädter Haus an: Er hat Erfrierungen an den Händen, ist aber ansonsten wohlauf. Zwei seiner Begleiter liegen nicht weit weg im Schnee, berichtet der 36-Jährige. Das Hüttenpersonal alarmiert sofort die Bergrettung und beginnt mit der Suche. Nur 250 Meter entfernt wird einer der Vermissten gefunden. Der 41-Jährige lebt, ist aber stark unterkühlt. Er hat schwere Erfrierungen. Auf 29 Grad ist die Körpertemperatur gesunken, wird der Notarzt später feststellen. Die ganze Nacht bleibt er bei dem zunächst nicht ansprechbaren Mann auf der Hütte, die Bergrettung bringt Infusionen mit einer Materialseilbahn ins Ingolstädter Haus. Erst um 8.30 Uhr am Mittwochmorgen ist das Wetter so stabil, das ihn ein Hubschrauber in eine Klinik fliegen kann.

Sein Freund, der 43-jährige Amberger, ist zu diesem Zeitpunkt schon tot. Seine Leiche wird bei der Suchaktion nur kurze Zeit später 500 Meter entfernt gefunden - schon zugeschneit. Die traurige Diagnose: Der Mann hatte sich so verausgabt, dass er an Erschöpfung gestorben ist.

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