Professor Harald Lesch (im Bild) begeistert den Nachwuchs nicht zum ersten Mal bei der Kinderuni. Foto: marcus Schlaf

Warum der Mond nicht auf die Erde fällt

München - Mit einer galaktischen Vorlesung und einem prominenten Professor startet am kommenden Freitag das Wintersemester der Kinder-Uni München. Der bekannte Astrophysiker Harald Lesch wird zum Auftakt verraten, warum der Mond nicht auf die Erde fällt.

Mit unendlichen Weiten kennt er sich aus. Dieses Mal sucht er sie allerdings vergebens. Mit einer Gruppe Kinderuni-Organisatoren im Schlepptau eilt Professor Harald Lesch durch die Gänge der Universitäts-Sternwarte München – auf der verzweifelten Suche nach einem Raum. Aber keiner ist frei, und so findet die Vorbesprechung zur Auftaktvorlesung im Büro des Astrophysikers statt. Lesch lässt dort erst einmal Dampf ab. „Wir sollten die Kinder-Uni sein lassen“, sagt er spöttisch. Sie locke nur noch mehr Nachwuchs an die Münchner Uni. Und dort werde schon jetzt ein aussichtsloser Kampf gegen Raumnot und Sauerstoffmangel geführt.

Doch es hilft nichts. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Vorlesung des Professors viele Kinder zu einem Studium verleiten wird, ist hoch. „Keine Wissenschaft imponiert der Menge so wie die Astronomie“ – das hat schon der Philosoph Arthur Schopenhauer gesagt und am Freitag wird auch Lesch zeigen, dass es kaum was Spannenderes gibt.

Dass er einmal Professor für Astrophysik und ein Medienstar werden würde, hätte er sich als Kind nicht träumen lassen. Er hatte einen ganz anderen Traum: „Ich wollte Astronaut werden.“ Völlig fasziniert vom Thema Raumfahrt schrieb er 1969 an die Nasa, in jenem Jahr also, in dem Menschen zum ersten Mal den Mond betraten. Neun Jahre alt war Harald Lesch damals. „Und regelrecht high von den Berichten über die Apollo-Missionen“, erzählt er.

Die Antwort fiel nett und dennoch niederschmetternd aus: Die Nasa könne keine Brillenträger zu Astronauten ausbilden. Der deutsche Mitarbeiter der US-Raumfahrtbehörde gab ihm aber noch einen Rat: „Wenn ich so an den Sternen hänge, könne ich doch auch Astronom werden.“ Und so kam es dann auch Heute ist der Science-Fiction-Fan nicht nur Professor für theoretische Astrophysik und Naturphilosophie, sondern schreibt auch Sachbücher und moderiert Fernsehsendungen wie „Abenteuer Forschung“ oder „alpha Centauri“. Der 49-Jährige gebürtige Gießener versteht es, Laien komplexe physikalische Sachverhalten verständlich und unterhaltsam nahe zu bringen.

Außerdem hat er einen guten Draht zu Kindern. Das sorgt wiederum dafür, dass ihm des öfteren unangemeldet Besuch ins Büro schneit. Es sind Schüler aus der nahe gelegenen Grundschule – meist mit der immer gleichen Frage: „Duhu, Harald, kannst Du uns das mal erklären?“

Am Freitag, 30. Oktober, nimmt Harald Lesch die Kinderuni-Studenten auf einen Gedankenflug zum Mond mit. Die Mini-Raumfahrt im Audimax der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) am Geschwister-Scholl-Platz dauert von 17 bis 18 Uhr. Ziel der Mission ist, Antworten auf faszinierende Fragen zum Thema Schwerkraft zu finden: Etwa, warum alles, was im All herumschwirrt, den Menschen nicht auf den Kopf fällt. Und warum die Menschen ohne den Mond ein echtes Problem hätten.

Brigitta Wenninger

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