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Wahlsieger Norbert Hofer von der FPÖ jubelt am Sonntagabend.

Reaktionen auf Wahlergebnis in der Heimat

"Erschütternd" - Österreicher in München sind schockiert

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München - In Österreich haben die Rechtspopulisten der FPÖ bei der Wahl zum Bundespräsidenten am Sonntag rund 35 Prozent erreicht. Wir haben in München lebende Österreicher gefragt, wie sie das Ergebnis finden.

Die Wahl des Bundespräsidenten in Österreich sorgt für Furore: Der europakritische FPÖ-Kandidat Norbert Hofer erhielt die meisten Stimmen. Hofer muss in der Stichwahl gegen Grünen-Chef Alexander Van der Bellen antreten. Klar ist aber schon jetzt, dass weder SPÖ noch ÖVP den Bundespräsidenten stellen. Die in München und Bayern lebenden 125.000 Österreicher beobachten den Rechtsruck in ihrer Heimat genau – und überwiegend besorgt.

Wahl gespannt mitverfolgt

Bernhard Purin, Direktor des Jüdischen Museums in München, ist entsetzt. Die erste Hochrechnung am Sonntag sei eine Überraschung für ihn gewesen, sagt der österreichische Kulturwissenschaftler. „Es ist erschütternd und erschreckend, wie schnell sich Mehrheitsverhältnisse ändern können.“

Auch Valerie Pachner, Ensemble-Mitglied des Residenztheaters, war schockiert, „beim Anblick des blauen Meers, das sich auf der Österreich-Karte ergoss“. Als gebürtige Oberösterreicherin verfolgte sie die Auswertung. „Dass ein Kandidat, dessen Partei für eine Politik der Abschottung und Angst steht, die Mehrheit der Stimmen bekommt, macht mich sehr traurig“, sagt sie.

Verwundert hat Michael Bucerius aus Mattighofen (Oberösterreich) das Wahlergebnis allerdings nicht. „Meine Freunde dort sind eigentlich ganz normale Menschen“, sagt der Münchner. „Aber ihre Meinung zur Flüchtlingskrise ist erschreckend.“ Für Bucerius ist das einer der Gründe für den Erfolg der Rechtspopulisten. „Ich hätte es mir anders gewünscht“, sagt Bucerius.

Watschn für die EU

Wolfgang Pichler dagegen findet das Zeichen gut, das die Österreicher mit der Wahl gesetzt haben. „Es ist eine Watschn für die EU“, sagt der Wirt der Schwabinger „Waldfee“. Er kommt aus der Steiermark und besucht seine Familie regelmäßig. „Die sind alle unzufrieden mit der Politik.“ Mit Grenzkontrollen werde beispielsweise ein Meilenstein gesetzt, sagt Pichler. „Es ist super, dass Österreich als kleines Land diesen Schritt geht.“

Bernhard Purin kann sich den Rechtsruck in Österreich ebenfalls erklären, auch wenn er ihn nicht gutheißt. „Das ist natürlich auch eine Folge des jahrelangen Versagens der Volksparteien, das stärker als in der Bundesrepublik ist.“ Im Jüdischen Museum herrsche Betroffenheit. „Darüber kann man keine Witzchen mehr machen“, sagt Purin. Die FPÖ verfolge einen israelfreundlichen Kurs und suggeriere, sie verbünde sich mit Juden gegen den Islam. „Eine üble Vorgehensweise.“

Jetzt kommt noch die Stichwahl

Einen Hoffnungsschimmer, dass der FPÖ-Kandidat nicht österreichischer Bundespräsident wird, sieht Gerda Pilz. „Wir müssen die Stichwahl abwarten“, sagt sie. Die Angestellte aus Bad Goisern (Oberösterreich) lebt seit über 30 Jahren in Deutschland. „Ich hoffe auf die Klugheit der Wähler.“

Falls Hofer bei der Stichwahl tatsächlich Bundespräsident werden sollte, hat Bernhard Purin dennoch Hoffnung – auch wenn es erschreckend wäre. „Die FPÖ schadet sich am meisten, wenn sie Regierungsverantwortung übernimmt“, meint Purin. In Hohenems (Vorarlberg), wo es auch ein Jüdisches Museum gibt, stellt die FPÖ seit vergangenem Jahr den Bürgermeister. „Von dem hört man inzwischen fast nichts mehr.“ 

Wahl-Debakel für Österreichs Regierungsparteien

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