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Sie können auch blitzen

Welches Geheimnis verbergen diese Kästen an Laternen?

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Seltsame Kästen haben unsere Leser in München an Laternenmasten entdeckt. Wir haben nachgefragt: Was hat es mit diesen rätselhaften Koffern auf sich?

München - Sie sind klein, grau und mit Sicherheitsschlössern an Laternenmasten befestigt: Solche seltsamen Kästen, die an Werkzeugkisten aus dem Baumarkt erinnern, haben unsere Leser jetzt in München entdeckt. Wir haben nachgefragt: Was hat es mit diesen rätselhaften Koffern auf sich?

Die Antwort gibt das Kreisverwaltungsreferat: Es sind Geräte, die den Verkehr zählen – und sogar geblitzt kann damit werden! Aber: Wenn ein Raser von einem dieser Kästen registriert wurde, hat er nichts zu befürchten. Denn das Gerät misst zwar tatsächlich die Geschwindigkeit per Radar, macht dabei aber kein Foto. Und mangels Foto kann der Fahrer nicht ermittelt und somit auch nicht zur Kasse gebeten werden.

Die kleinen Verkehrszählgeräte von der Firma RTB sind übrigens bundesweit im Einsatz, erklärt KVR-Sprecher Johannes Mayer. Allein die Bayerische Straßenbauverwaltung verwende diese Geräte „im dreistelligen Bereich“ für Verkehrszählungen. Die UDV (kurz für „Unfallforschung der Versicherer“) habe diese Kästen 2016 in der bayerischen Landeshauptstadt installiert.

„Wichtige Erkenntnisse über das tatsächliche Geschwindigkeitsverhalten“

Auch die Städtische Geschwindigkeitsüberwachung des KVR hat aktuell drei der Geräte im Einsatz, berichtet Mayer. Mit ihnen sollen „wichtige Erkenntnisse über das tatsächliche Geschwindigkeitsverhalten“ gewonnen werden. Wenn es zum Beispiel Hinweise aus der Bevölkerung gibt, dass an manchen Stellen zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten besonders viele Raser unterwegs sind, messen die Kästen nach. Wenn sich ein solcher Ort dann tatsächlich als beliebte Raser-Strecke herausstellt, wird dort „zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Vermeidung von Unfällen“ dann auch in echt geblitzt – also inklusive Foto.

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Die Polizei habe mit dieser Geschwindigkeitsmessung nichts zu tun, erklärt Johannes Mayer: „Unsere Boxen sind nur in Tempo-30-Bereichen installiert, in denen wir aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung mit der Polizei zuständig sind.“ Die Polizei in München hingegen kontrolliere das Hauptstraßennetz.

Andrea Stinglwagner

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