Mussten um ihr Leben kämpfen: Vier der beschlagnahmten Hunde im Tierheim. foto: tierheim

Welpen werden wohl überleben

München - Tierheim päppelt beschlagnahmte Hunde wieder auf, die Ermittlungen dauern an

Die 23 Hunde und Katzen, die vor eineinhalb Wochen fast verhungert am Flughafen beschlagnahmt und ins Münchner Tierheim gebracht worden waren, sind offenbar alle über den Berg. Wie berichtet, hatten skrupellose Welpen-Händler die Tiere per Luftfracht von Portugal nach München geschickt. Die Ermittlungen gegen die Hintermänner auf den Azoren dauern an.

Der Fund hatte für großes Aufsehen gesorgt: Mitarbeiter der Grenztierärztlichen Stelle hatten am Samstag (30. November) eine Transportkiste am Flughafen im Erdinger Moos kontrolliert: Fast verhungert und völlig verängstigt kauerten darin mehrere Hundemütter mit ihren Welpen sowie drei Katzen. Das für den Flughafen zuständige Veterinäramt Erding beschlagnahmte die Tiere. Seitdem kämpften die Mitarbeiter des Münchner Tierheims um das Leben der armen Geschöpfe - mit Erfolg. Alle 20 Hunde sowie die drei jungen Katzen sind entgegen erster Prognosen noch am Leben und erholen sich langsam.

Bis zu einer möglichen Vermittlung der Tiere sind jedoch noch etliche Hürden zu nehmen. So sind zum Beispiel Tollwut-Impfungen bei Welpen erst ab der zwölften Lebenswoche möglich - die beschlagnahmten Tiere sind zum Teil aber vermutlich erst rund acht Wochen alt. Und auch nach der Impfung müssen die Welpen noch mindestens 21 Tage im Tierheim bleiben, bis klar ist, ob die Impfung erfolgreich war. Schließlich muss das Landratsamt Erding eine Entscheidung fällen, ob und wann die Tiere freigegeben werden. Erst dann könnte sich das Tierheim um eine Vermittlung bemühen.

Die Empfängerin der Lieferung hätte übrigens eine in der Schweiz lebende Frau sein sollen, die nach Informationen unserer Zeitung dort bereits ein Tierhalte-Verbot hat. Der eigentliche Hintergrund des grausamen Hunde-Imports ist offenbar, mit Welpen Geld zu machen. Die Ermittlungen des zuständigen Veterinäramts in Erding gehen nur mühsam voran. Im Raum stehen Verstöße gegen die EU-Heimtierverordnung, gegen die Tierschutztransportverordnung, aber auch gegen die Tierseuchenschutzverordnung.

von Sven Rieber

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