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Diese Kundin kommt zu spät: Am Mittag waren die DER-Schalter bereits geschlossen.

Weniger Fahrkartenschalter am Hauptbahnhof

München - Das Reisebüro "DER" hat am Münchner Hauptbahnhof 16 Verkaufsstellen geschlossen. Der Grund: Die Deutsche Bahn hatte den Vertrag zum Jahresende gekündigt.

Das Licht ist ausgeschaltet, die Stühle sind verwaist, ein Schild hinter der Glasscheibe weist dezent daraufhin, dass diese Schalter geschlossen sind. Seit gestern Mittag verkauft das „Deutsche Reisebüro“ (DER) im Münchner Hauptbahnhof keine Reisen und an den Schaltern auch keine Bahntickets mehr. Damit gibt es 16 Verkaufsstellen weniger im Hauptbahnhof. Was aus den 53 betroffenen Mitarbeitern wird, wollte eine Sprecherin von DER noch nicht sagen: „Einige werden in Altersteilzeit gehen“, lautete ihre einzige Auskunft.

Der Grund für die Schließung des DER-Reisebüros: Die Deutsche Bahn hatte den Mietvertrag mit dem Reiseunternehmen gekündigt. Den Verkauf von Bahntickets sollen nun teilweise Bahnmitarbeiter übernehmen. „Zur Aufrechterhaltung des Services werden wir mehr eigenes DB-Vertriebspersonal einsetzen“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Dazu müssten die bisherigen Schalter allerdings erst umgebaut werden. Wie lange das dauern wird, konnte die Sprecherin nicht sagen.

54 Serviceschalter stehen den Bahn-Kunden derzeit am Hauptbahnhof zur Verfügung, von denen aber oft nur die Hälfte besetzt ist. Bereits im Sommer (als die Kündigung bekannt wurde) hatte ein Bahnsprecher erklärt, der Trend, beim Ticketverkauf verstärkt auf Automaten und Internetbuchungen zu setzen, habe bei den Überlegungen, das Reisebüro zu schließen, keine Rolle gespielt.

Die Räumlichkeiten des Reisebüros selbst sind bereits ab Januar wieder vermietet. Laut eines Plakats im Bahnhof wird dort im kommenden Jahr „Le Crobag“, die bereits an anderen großen deutschen Bahnhöfen französische Backwaren verkaufen, eröffnen.

Der Münchner Hauptbahnhof ist nicht der einzige, an dem DER-Schalter geschlossen werden. Betroffen sind auch die Bahnhöfe in Stuttgart und Frankfurt. Bis 1999 hielt die Bahn Anteile an dem Reiseunternehmen, das dann an die Rewe-Gruppe ging. Teil des Kaufvertrags war ein zehnjähriges Bleiberecht, das jetzt ausgelaufen ist.

Kerstin Lottritz

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