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800 Fälle in München

Wenn junge Flüchtlinge verschwinden

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München - Knapp 800 minderjährige Flüchtlinge werden in München vermisst – die Stadträte fragen, wie die Verwaltung handelt.

Vergangene Woche veröffentlichte die Staatsregierung auf Anfragen der Landtags-SPD neue Zahlen: Mehr als 3300 jugendliche Flüchtlinge, die ohne ihre Eltern unterwegs sind, seien in Bayern im vergangenen Jahr verschwunden. Das Sozialministerium teilte mit, es gehe davon aus, dass sie nach der Inobhutnahme durch die Behörden auf eigene Faust zu Angehörigen weitergereist seien. Doch gesicherte Erkenntnisse über ihr Schicksal gebe es nicht.

Anfang des Jahres hatte Europol bekanntgegeben, dass europaweit mindestens 10 000 minderjährige Flüchtlinge verschwunden seien. In Deutschland waren 5835 Jugendliche als vermisst gemeldet worden, der Großteil verschwand also in Bayern. In München wurden laut Sozialreferat von Anfang 2015 bis Ende Januar 2016 insgesamt 792 unbegleitete Minderjährige als vermisst gemeldet. Verbände warnen, dass sie Opfer von Menschenhandel sein oder ausgebeutet werden könnten.

In München leben derzeit rund 4300 unbegleitete Minderjährige in Einrichtungen der Jugendhilfe. Die Stadtratsfraktion aus FDP, HUT und Piraten will nun in einer Anfrage wissen, wer für die Erstattung der Vermissten-Anzeige verantwortlich sei. Sie fragen, ob der Jugendhilfe-Träger informiert werde, wenn ein Flüchtling woanders wieder aufgetaucht sei, ob sich Jugendliche aus anderen Gemeinden in München aufhalten und zeitweise der Prostitution nachgehen. Sie fragen, ob es eine Strategie gebe, wie Jugendliche vor dem Verschwinden bewahrt werden könnten. Ende April hatte ein Sprecher des Sozialreferats auf Nachfrage gesagt: Darüber, ob die Jugendlichen woanders wieder auftauchten, werde die Stadt nicht informiert.

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