Mit diesem Bild wirbt der MVV für das Faltrad, das immer mit darf. Im MVG-Bus dürfe das Rad nur mit, wenn der Platz nicht für Fahrgäste gebraucht wird, heißt es aber bei der MVG. fkn

Wenn es mit dem Klapprad nicht klappt

München - MVV, Stadt und ADFC werben für ein Faltrad, das immer in Bussen und Bahnen mitgenommen werden darf - doch die MVG widerspricht.

In puncto Kommunikation hat es bei diesem Klapprad nicht so ganz geklappt. Es sollte eine Lösung sein für Menschen, die ihr Radl mit in die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen wollen: Das Faltrad, für das der Münchner Verkehrsverbund (MVV), die Stadt München und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) seit vorgestern Werbung machen. „Mitnahme: immer. Kosten: null“: So preist die zur Aktion gehörige Broschüre das Rad an, das kostenlos in „Busse und Bahnen“ mitdürfe, weil es als Gepäckstück gilt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) reagierte konsterniert. Klappräder dürften bei weitem nicht immer mitgenommen werden, hieß es am Mittwoch.

So mancher wird sich bereits überlegt haben, ob er die 749 Euro für das voll ausgestattete Faltfahrrad investiert, das über ADFC und MVV zu diesem Vorzugspreis zu haben ist. Geade für Pendler wäre es ideal, wenn sie ihren fahrbaren Untersatz nicht mehr an Haltestellen stehen lassen müssen, wo oft zu wenig Platz ist - oder gar Diebe am Werk sind. Denn: In S-und U-Bahn sind normale Räder zu den Hauptverkehrszeiten verboten. Aus Tram und Bus müssen Drahtesel generell draußen bleiben. Da klang das, was am Dienstag zu hören war, verlockend. Jederzeit dürfe das Klapprad gratis in U- und S-Bahn, Bus und Tram mitgenommen werden, war etwa im Radio zu hören. Und auch am Mittwoch sagte MVV-Sprecherin Beate Brennauer noch: „Es stimmt: Man darf das Faltrad zu jeder Tageszeit mitnehmen, auch in Tram und Bus.“

Bei der MVG drehte man angesichts dessen am Mittwoch buchstäblich am Rad. Die Aktion sei „leider nicht mit den Verkehrsunternehmen abgestimmt“ gewesen. Es werde „verschiedentlich der Eindruck erweckt, das Klapprad dürfe uneingeschränkt auch in Trambahnen und Bussen mitgeführt werden“, hieß es. Das sei falsch. Den Beförderungsbedingungen sei zu entnehmen, dass auch Klappräder nur befördert werden, wenn der Platz nicht für Fahrgäste benötigt wird. Außerdem hätten Kinderwägen und Rollstuhlfahrer immer Vorrang. Zumindest in den Hauptverkehrszeiten werde „die Mitnahme eines Klapprades die Ausnahme bleiben“, teilte die MVG mit.

Die MVG sei sehr wohl über die Aktion informiert worden, „schon vor vier Wochen“, sagte MVV-Sprecherin Brennauer. Zudem sei bei der Vorstellung der Faltradl-Aktion betont worden, dass „das letzte Wort zur Mitnahme der Fahrer“ habe. Und: Wer die Broschüre „Mobilität im Handgepäck“ genau studiert, findet auch hier den maßgeblichen Satz: „Bei Platzproblemen entscheidet das Personal des jeweiligen Verkehrsunternehmens.“

Caroline Wörmann

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