Wettbewerb abgeschlossen: Aufräumen unterm Marienplatz

München - Lichtdurchflutet und so leergeräumt, dass es manchem steril vorkommen wird: So soll das Sperrengeschoss unter dem Marienplatz künftig aussehen. Der Entwurf des Münchner Büros Allmann Sattler Wappner ging am Freitag als Sieger aus einem Wettbewerb hervor. Baubeginn soll schon 2012 sein.

Lange wurde gerungen um die Gestaltung des 40 Jahre alten Bauwerks: Im ersten Anlauf hatte eine Jury im Oktober 2011 drei Entwürfe prämiert, aber an keinem wirklich Gefallen gefunden. Die Planer mussten nachbessern, und am besten gelang das dem Büro Allmann Sattler Wappner, das in München unter anderem mit der Herz-Jesu-Kirche, den „Riem Arcaden“ und den „Pasing Arcaden“ von sich reden gemacht hat. Am Freitag Nachmittag verkündete die Jury, der neben Architekten, Lichtplanern und der Bauherrin Stadtwerke/MVG auch OB Christian Ude angehörte, ihre Entscheidung. Der Entwurf, den das Münchner Architekturbüro zusammen mit dem Lichtdesigner Ingo Maurer ausgearbeitet hat, überzeugte „durch den klaren Grundriss, den das heute durch Einbauten stark verstellte Sperrengeschoss künftig erhält“. Kunden und Gäste der Stadt könnten sich hier deutlich besser orientieren, auch die gefühlte Sicherheit werde wachsen. „Eine klare räumliche Gliederung“ war nach den Worten Ludwig Wappners das Ziel: „Es sollen keine Würstlbuden neben Fahrkartenautomaten stehen.“

Das heißt: Ticket- und Imbissstände, die jetzt noch mitten in der 1700 Quadratmeter großen unterirdischen Halle stehen, müssen umziehen. „An den Seiten des Sperrengeschosses“, insbesondere auf der Westseite, sollen die Einzelhandels- und Gastronomieflächen, größer und schöner als bisher, einen neuen Platz finden. Stadtwerke und Verkehrsbetriebe versprechen sich davon nicht zuletzt langfristige Pachteinnahmen.

Nur sehr sparsam sucht der Entwurf mit blauen Fliesen an den Auf- und Abgängen eine farbliche Verbindung zu den Bahnsteigen. Deren altvertraute, von Alexander von Branca gestaltete Fliesen-Optik in Blau und Ocker bleibe erhalten, versichert Ude, der sich auf ein „helles, freundliches, übersichtlicheres und glänzend funktionierendes Sperrengeschoss“ freut.

Eine großflächige Lichtdecke soll die für ihre Fläche recht niedrige Halle luftig erscheinen lassen.

Anlass für die Verjüngungskur sind technische Notwendigkeiten: Dringend sanierungsbedürftig sei das 40 Jahre alte U-Bahn-Bauwerk unter dem Marienplatz, sagt SWM-Geschäftsführer Herbert König. Das betreffe sowohl die technischen Anlagen im Hintergrund, als auch die Geschäfte und Fußböden sowie das Wegweisungs-Konzept. Wie bereits am Hauptbahnhof und an der Münchner Freiheit bietet die Sanierung nun die Chance, das Erscheinungsbild „grundlegend zu ändern“. Noch Ende 2011 sind erste Betonsanierungs-Arbeiten geplant, 2012 soll dann - im laufenden Betrieb - der Umbau des Sperrengeschosses beginnen. Zu den Kosten des Projekts machte König keine Angaben.

Peter T. Schmidt

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