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Jörg Kachelmann erklärt, wann man schneller einen Sonnenbrand bekommt.

Unsichtbare Gefahr

Wetter-Experte: Daran erkennen Sie, ob die UV-Strahlung hoch ist

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München hat wunderbare Sonnentage hinter sich. Doch mit ihnen kommt auch immer die unsichtbare Gefahr: UV-Strahlung. Experten warnen vor Sonnenbrand und Hautkrebs - und wir erklären Ihnen, wann es brenzlig wird.

Update vom 21. Juni 2017: Wieder gibt es eine amtliche Warnung vor Hitze und starker UV-Strahlung, denn in München und im Umland ist es brütend heiß. Wie sich das Hitze-Wetter weiter entwickelt, lesen Sie in unserem News Blog

Sommer, Sonne, Sonnenbrand! Endlich ist es schön, Montag war der bislang heißeste Tag des Jahres – doch der Deutsche Wetterdienst warnt jetzt vor einer unsichtbaren Gefahr: UV-Strahlen! Vor allem München und Oberbayern sind betroffen.

„Die UV-Strahlung erreicht ungewohnt hohe Werte. Schutzmaßnahmen sind unbedingt erforderlich“, heißt es in der Wetterwarnung des DWD. Warum, erklärt Dr. Karsten Brandt vom Wetter-Portal donnerwetter.de: „Ende Mai, Anfang Juni haben wir die stärkste Sonneneinstrahlung und damit das höchste Sonnenbrand-Risiko. Zudem steht die Sonne in Südbayern höher – das macht gewaltig was aus.“ Die UV-Gefahr sieht er aufgrund der Wetterlage noch bis mindestens 20. Juni.

Die aktuelle Situation ist tückisch, denn die Temperaturen sind angenehm und viele genießen die ersten Sonnenstrahlen zu lange – bei voller UV-Strahlung! Doch wenn’s auf der Haut brennt, ist es schon zu spät. Ralf B. Blumenthal vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen warnt: „Zuviel UV-Strahlung verändert den genetischen Code unserer Haut – so kann Krebs entstehen!“ Die Hautkrebsrate in Deutschland steigt. Und immer öfter sind auch junge Leute mit Ende 20 schon betroffen. „Deshalb sollte man UV-Strahlung als ständiges Problem sehen“, sagt der Hautspezialist.

Wetter-Experte Jörg Kachelmann von Sonnenklar.tv hat einen Tipp, wie man Strahlengefahr erkennen kann: „Ist der Himmel dunkelblau, ist die UV-Strahlung hoch! Das hängt mit der Luftfeuchtigkeit zusammen. Wenn diese niedrig ist, bekommt man schneller einen Sonnenbrand.“

Wann es brenzlig wird

Der Deutsche Wetterdienst DWD hat auf uv-index.de zusammengetragen, ab wann Sie sich schützen müssen. „Der Index“, erläutert Bio-Meteorologe Professor Andreas Matzarakis (57) vom DWD in Freiburg in der tz, „ist keine absolute Größe und reicht von 1 für leichte bis zu 11 für extreme UV-Strahlung.“

Die Stufen 1 und 2 sind unbedenklich, von 3 bis 5 (mittlere Intensität) kann man sich nach einer halben Stunde bereits einen Sonnenbrand einfangen. Schutzmaßnahmen sind also empfehlenswert, und für die nächste Stufe (6 und 7), also hohe Intensität, ist verbrannte Haut schon nach 20 Minuten möglich. Von 8 bis 10 (sehr hohe Intensität) brutzelt’s nach 15 Minuten, und bei 11 nach 10. Schutz: ein Muss!

Wetter-Weisheiten: Welche Sprüche wirklich stimmen

„In Deutschland gibt es beim Sonnenschutz immer noch großen Nachholbedarf“, sagt Matzarakis. Er selbst meidet beim derzeitigen Wetter zwischen 11 und 16 Uhr grundsätzlich die pralle Sonne. „60 Prozent der UV-Strahlung fallen auf genau dieses Zeitfenster“, sagt der Experte.

Abhängig ist die Intensität der Strahlung von der Oberflächenstruktur, wohin das Licht fällt, den Wolken, der Menge an Ozon und Staub, dem Sonnenhöchststand und der Höhenlage. Es gilt: nie die UV-Strahlung unterschätzen und im Sommer zur Mittagszeit meiden!

Das sagen Münchner über den Sonnenschein

Eincremen ist ein Muss! „Meine Haut ist von Natur aus etwas dunkler und nicht so empfindlich. Wenn ich rausgehe, habe ich trotzdem immer eine Tube Sonnencreme in meiner Tasche dabei. Ich weiß zwar, dass die Strahlung sehr gefährlich ist, aber ich lasse mir den Sonnenschein dennoch nicht entgehen.“ Bianca Piller (19), Kinderpflegerin, München


Mehrmals auftragen: „Mit meiner empfindlichen Haut bekomme ich schnell einen Sonnenbrand. Mein Tipp: Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden – und immer wieder neu auftragen. Gerade zu dieser Jahreszeit ist der Schutz besonders wichtig.“ Carina Dintner (23), Auszubildende aus München


So schützen Sie sich

Zum Schutz gegen die gefährlichen UV-Strahlen sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Unternehmungen auf die Morgen- und Nachmittagsstunden legen
  • Zwischen 11 und 15 Uhr drinnen oder im Schatten aufhalten
  • Dichte Shirts oder Hemden, Kappe oder Hut mit Schirm und Nackenschutz tragen
  • Sonnenbrillen tragen. Einen guten UV-Schutz bieten die Kennzeichnung DIN EN ISO 12312-1E mit dem Standard „UV-400“.
  • Unbekleidete Haut mit Sonnencreme (mindestens LSF 30) schützen. Besonders gefährdet sind Nase, Ohren, Lippen, Schultern und Fußrücken. Das Eincremen sollte man alle zwei Stunden wiederholen, nach dem Baden ebenfalls. Achtung: Das wiederholte Eincremen verlängert nicht die Sonnenschutzzeit.
  • Babys im ersten Jahr dürfen nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden

S. Daiminger, M. Bieber, P. Demmer

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