„Ritter Rotkappe“: Helmut Schmid (SPD) erhielt 2008 den Goldenen Ehrenhelm der Damischen Ritter. Fotos: Marcus Schlaf

Wettstreit der närrischen Helfer

München - SPD und CSU im Stadtrat wollen den Faschingsumzug der Damischen Ritter retten.

Die Damischen Ritter dürfen mit parteiübergreifender Unterstützung für ihren Faschingsumzug rechnen. Helmut Schmid, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion, hatte bereits am 15. Oktober einen jährlichen Zuschuss von 7000 Euro für diesen „festen Bestandteil der Faschingssaison“ gefordert. Nun macht sich auch CSU-Fraktionschef Josef Schmid für den Gaudi-Ableger der „Vereinigung die Turmfalken“ stark. Die Stadt solle, so Schmid, „zusammen mit dem Verein nach Lösungsmöglichkeiten suchen, um diese inzwischen etablierte Veranstaltung für München zu retten“.

Im Jahr 2006 hatten die Damischen Ritter erstmals nach 35 Jahren wieder einen Faschingszug durch die Münchner Innenstadt organisiert. Doch der organisatorische Aufwand und vor allem die Kosten der Gaudi wachsen den aktiven Mitgliedern über den Kopf. Nicht zuletzt städtische Gebühren für Verkehrssperrungen und Trambahn-Umleitungen trübten die Vereinsbilanz, obwohl der Umzug von den Münchnern sehr gut angenommen wurde. Helmut Schmid, 2008 als „Ritter Rotkappe ad pedes bavariae“ mit dem Goldenen Ehrenhelm der Damischen Ritter ausgezeichnet, will den Gaudiburschen mit seinem Antrag auf einen festen alljährlichen Zuschuss aus dem Stadtsäckel vor allem Planungssicherheit verschaffen. Bisher, so sagt er, hätten die Organisatoren von Jahr zu Jahr mit der Ungewissheit gekämpft, ob Stadt oder Bezirksaussschuss am Ende einen Beitrag leisten. Seinen Vorwurf, der CSU-Kollege habe vom SPD-Antrag abgeschrieben, will Josef Schmid nicht auf sich sitzen lassen. „Ich wollte nur klar zum Ausdruck bringen, dass wir den Umzug unterstützen“, sagte der CSU-Fraktionschef, der im Frühjahr 2009 als Pirat an dem Spektakel teilgenommen hat. Außerdem gehe es in seinem Antrag nicht nur um Geld. Die Stadtverwaltung könne auch anderweitig „schauen, wie man helfen kann, etwa durch organisatorische Unterstützung“. Vorher, so räumt Josef Schmid ein, müsse man klären, „ob die Damischen Ritter das wollen“.

Die Entscheidung über die konkurrierenden Anträge mit dem gemeinsamen Ziel soll Ende November im Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft fallen. Peter T. Schmidt

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