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Express-S-Bahn: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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Mit der S-Bahn zum Flughafen: Noch dauert die Fahrt 36 Minuten vom Marienplatz aus. Geht es bald schneller? Foto: haag

München - Mit dem zweiten S-Bahn-Tunnel sowie den Express- und Fernbahnanbindungen zum Flughafen hat das Verkehrsministerium ein weitreichendes Nahverkehrskonzept vorgelegt. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie schnell wären die Münchner mit der Express-S-Bahn am Flughafen?

Vom Marienplatz aus würde die Fahrt statt 36 künftig nur 21 Minuten dauern. Vom Hauptbahnhof aus wären es durch den zweiten Stammstreckentunnel 23 Minuten. Nach dem Ostbahnhof würde der Express, der im 15-Minuten-Takt verkehrt, nur noch einmal halten. Wo das sein wird, ist noch nicht geklärt.

Wird der Flughafen besser aus anderen Landesteilen erreichbar sein?

Ja. Aus Richtung Landshut sowie Freilassing soll es Verbesserungen geben. Aus dem Raum Augsburg könnten Regionalzüge durch den zweiten Stammstrecken-Tunnel und auf der ausgebauten Osttrasse der S 8 zum Flughafen fahren. Ein Problem sind die Bahnsteighöhen im Tunnel. Man bräuchte wohl neue Zugtypen.

Lässt sich der auf 175 Millionen Euro taxierte Bahnausbau zwischen Zamdorf und Johanneskirchen ohne Tunnel realisieren?

Das Verkehrsministerium geht davon aus, dass es möglich ist. Die gesetzlich notwendigen Maßnahmen zum Lärmschutz würden beachtet. Die Stadt aber fordert einen Tunnel, um Wohngebiete zu erschließen. Die Kommune müsste sich wohl an den Mehrkosten beteiligen. Die könnten bei 500 Millionen Euro liegen, meinen der Landtagsabgeordnete Markus Blume (CSU) und FDP-Stadtrat Michael Mattar. Das Ministerium rechnet mit weniger.

Wie viele Fahrgäste würden dazugewonnen?

Das Flughafen-Konzept rechnet mit zusätzlich 19 000 Fahrgästen am Tag. 8000 sind Fluggäste oder Flughafen-Mitarbeiter, weitere 11 000 wollen woanders hin. Zum Vergleich: Die S-Bahn nutzen derzeit bis zu 800 000 Fahrgäste am Tag.

Beinhaltet das Konzept eine leistungsfähige Fernbahnanbindung des Flughafens München?

Nein. Fernverkehrszüge aus dem Westen könnten laut Gutachten über die Pasinger Kurve auf der Trasse der S 1 zum Flughafen geleitet werden. Die aber ist heute schon stark befahren. Im Verkehrsministerium hält man acht zusätzliche Fernzüge pro Tag für vertretbar – mit dem Hinweis, dass es eine Direktanbindung des Flughafens wohl nur dann gäbe, wenn diese auch wirtschaftlich sei. Neben der Osttrasse auch die Westtrasse auszubauen, sei jedoch nicht finanzierbar, heißt es. Der viergleisige Ausbau im Westen wäre wohl auch deutlich teurer: Die jüngste Studie kalkulierte mit einer Summe von 850 Millionen Euro.

Ist die zweite S-Bahn-Stammstrecke Voraussetzung für Express-S-Bahnen zum Flughafen?

Nicht zwingend. Die Züge könnten laut Verkehrsministerium auch ab dem Ostbahnhof starten. Dazu müssten aber viele Fahrgäste umsteigen. Denkbar sei zudem, Linien aus dem Westen ab Ostbahnhof als Express fahren zu lassen. Die Fahrzeit durch die alte S-Bahn-Röhre würde sich verlängern – ab dem Hauptbahnhof etwa um fünf Minuten. Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) hält den zweiten Tunnel dennoch für „alternativlos“. Nur mit ihm könne der Flughafen-Express erfolgreich sein.

Was kostet das Nahverkehrskonzept?

Der zweite Stammstrecken-Tunnel wird auf gut 1,5 Milliarden Euro geschätzt, die Flughafen-Anbindung auf 1,4 Milliarden. Rechnet man noch einen Tunnel bei Johanneskirchen hinzu, dürfte der Gesamtbetrag bei rund 3,5 Milliarden Euro liegen. Eine leistungsfähige Fernbahnanbindung des Airports würde extra kosten.

Wie lange würde der Ausbau dauern?

Planung und Bau der Express-Trasse im Osten könnten laut Ministerium noch vor 2020 realisiert werden. Ein ähnliches Ziel gilt für den zweiten S-Bahn-Tunnel.

Muss man so lange warten, um schneller zum Flughafen zu kommen?

Nicht alle Münchner. Im Norden der Stadt entsteht ab Ende 2010 in Moosach eine neue Umsteigemöglichkeit von der U 3 auf die Flughafen-S 1.

Matthias Kristlbauer

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