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Die Biologie-Studentin Tamara Wolf mit dem geheimnisvollen Amulett ihrer Oma. 

Hat es besondere Kräfte? 

Wie bei „Bares für Rares“: Münchnerin wird von Einschätzung zu diesem geheimnisvollen Amulett überrascht

Eine Studentin aus München erbt von ihrer Oma ein geheimnisvollen Anhänger und will wissen, was es damit auf sich hat. Die tz hilft mit zwei Experten weiter - das Ergebnis ist eine dicke Überraschung. 

München - Zum 18. Geburtstag hat mir meine Oma einen Anhänger geschenkt, um den sie ein großes Geheimnis machte. Sie hat mir erzählt, dass er gegen Augenleiden helfen soll. Das scheint mir ein bisschen weit hergeholt. Ich studiere Biologie, glaube an die Naturwissenschaften und kann mit solchen Märchen wenig anfangen. Aber mich würde trotzdem interessieren, was es mit dem Amulett auf sich hat. Es ist aufklappbar und hat in der Innenseite Vertiefungen. Leider ist meine Oma inzwischen verstorben und ich kann sie nicht mehr nach den Geheimnissen des Anhängers fragen. Aber das Team des Bürgeranwaltes hat doch Experten. Könnten Sie mir einen davon vermitteln? Vielen Dank im Voraus! - Tamara Wolf (19), Biologie-Studentin aus München

vermittelt Leserin zwei Experten

Wir haben der jungen tz-Leserin sogar zwei Experten vermittelt. Den Volkskundler Jakob Wünsch aus Deggendorf und den Antiquitätensachverständigen Andreas Ruef vom gleichnamigen Auktionshaus in München. Zu ihm gingen wir zuerst mit der Studentin und legten ihm das Amulett vor. Er erkannte sofort, dass es sich um ein Krebsaugen­amulett aus dem frühen 18. Jahrhundert handelt. „Krebsaugen“, so Ruef, „sind Ablagerungen im Darm von Flusskrebsen.“ Das Tier verliert diese Ablagerungen eines Tages. Diese Kügelchen wurden jahrhundertelang gesammelt und unter anderem in den Vertiefungen von Amuletten um den Hals getragen. Sie wurden auch zerstampft und als Medizin geschluckt. Diese Prozedur sollte gegen mehrere Krankheiten und vor allem den Grauen Star helfen. So der Volksglaube.

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Das Amulett stammt laut einem Experten aus dem 18. Jahrhundert. 

Als wir das wussten, schickten wir Bilder des Amuletts an den Volkskundler Jakob Wünsch. Er wies uns darauf hin, dass auch der Bergkristall, aus dem der Anhänger gefertigt ist, im Volksglauben eine Bedeutung hat. Mit Bergkristallen konnten Hexen und Zauberer in die Zukunft schauen. Niemand bekämpfte diesen Aberglauben so vehement wie Martin Luther. Zu seiner Zeit glaubte man auch, dass Bergkristalle gegen Zahnschmerzen und viele andere Misslichkeiten helfen.

Experte verrät: So wertvoll ist das Amulett 

Wer das belächelt, dem sei gesagt, dass Kristallkugeln bis heute von Wahrsagern verwendet werden und als die Oma von Tamara Wolf noch jung war, gab es Krebsaugen in Apotheken zu kaufen.

Als wir bei Andreas Ruef waren, wollte die Studentin wissen, was das Geschenk ihrer Oma wert sei. Die Antwort war: „In einer Auktion würde es nicht unter 1500 Euro angesetzt.“ Tamara Wolf: „Natürlich werde ich das Amulett nicht verkaufen. Ganz im Gegenteil, nachdem ich jetzt den historischen Hintergrund kenne, ist es mir eine noch wertvollere Erinnerung an meine Oma.“

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tz/Video: Glomex

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