Leidenschaft auf der Tanzfläche: Tangoliebhaber kamen in Scharen zu den Montagen auf der Praterinsel. bodmer

Wieder Tango auf der Praterinsel?

München - In die Verhandlungen über die Wiederbelebung der Tango-Montage auf der Praterinsel ist Bewegung gekommen. Der neue Betreiber des Areals will wieder Veranstaltungen zulassen.

In diesem Jahr war die beliebte Veranstaltungsreihe im Rahmen des Münchner Kultursommers ausgefallen, weil sich der neue Betreiber, die Patrizia Immobilienverwaltung, mit dem Veranstalter nicht über die Mietkonditionen einigen konnte.

Patrizia-Pressesprecher Andreas Menke sagt nun: „Seit letzter Woche ist klar, dass die Insel wieder allen Münchner Veranstaltern offen steht.“ Die Patrizia habe sich mit der Münchner Lokalbaukommission darauf geeinigt, dass sie auch in Zukunft „an einer Nutzung in der bisherigen Breite und Vielfalt festhalten“ dürfe.

Anwohner hatten sich bei der Stadt beschwert, weil ihnen Veranstaltungen teils zu laut gewesen waren. Menke: „Wir haben jetzt aber einen Konsens gefunden.“ Prinzipiell steht die Patrizia nun allen Anfragen für Veranstaltungen offen, die keinen dauerhaften Charakter haben und „der guten Sitte“ entsprechen.

Auf die Tango-Montage treffe das durchaus zu – aber ob sich die Tänzer schon 2010 wieder leidenschaftlich durch den Innenhof schieben, will Menke noch nicht bestätigen. „Es liegt am Veranstalter, die Vermietungsfragen zu klären.“

Das würde er gerne tun, aber Jürgen Krebes von der Tanzschule Tango Maltido hat bislang niemand über den neuen Stand informiert. „Ich weiß von nichts“, sagt er „und das ist nichts Neues.“ Bei der Bürgerversammlung des Stadtteils Altstadt/Lehel vergangene Woche hat er den Stadtrat in einem Antrag aufgefordert, sich in die Verhandlungen einzuschalten. Im Rücken hat er die Unterschriften von 700 Tangoliebhabern, die auf die Wiederaufnahme der Veranstaltung hoffen. „Die Leute drängen uns richtig“, erlebt Krebes.

Auch bei der Bürgerversammlung gab es wieder mehrere Wortmeldungen zum Thema. Krebes ist trotzdem skeptisch. Er wünscht sich „vernünftige Mietkonditionen“ – und vor allem eine vernünftige Zusammenarbeit. „Innerhalb eines Jahres habe ich nicht ein einziges Mal die Gelegenheit gehabt, mit jemandem von der Patrizia persönlich zu sprechen.“

Katharina Fuhrin

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