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Sie musste sich vor dem Landgericht München wegen einer Messerstecherei vor dem Käferzelt verantworten.

Fataler Wiesn-Abend

Millionärsgattin gesteht Tat vor Käferzelt - unter Tränen

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München - Ihr Opfer ließ sie blutend vor dem Käferzelt zurück und feierte nachts im P1 weiter. Zehn Monate nach der Tat musste sie am Montag vor Gericht - und legte ein tränenreiches Geständnis ab.

Als die Polizei am nächsten Morgen nach Sandra N. (34, Name geändert) fahndete, stellte sich die Millionärsgattin am 20. September 2015 freiwillig. Zehn Monate nach dem Wiesn-Abend musste sie am Montag vor Gericht - und gestand die Tat unter Tränen. „Ja, ich habe zugestochen. Es tut mir so leid. Ich wollte den Mann nicht verletzen. Aber ich wusste mir nicht anders zu helfen“, schildert Sandra N. völlig aufgelöst.

Bei einem Streit vor dem Käferzelt hatte Andreas R. (Name geändert) sie angeblich an der Schulter gepackt und bedroht. „Ich versuchte mich loszureißen, aber schaffte es nicht und bekam Panik. Da fiel mir das Klappmesser in meiner Handtasche ein.“ In London hatte sie es gekauft und angeblich zufällig auf der Wiesn dabei.

„Ich dachte, er bringt mich um.“ War es wirklich Notwehr?

Einmal streift sie Andreas R. damit laut Anklage am Hals und sticht dann noch zweimal durch die Rippen in die Milz. Ärzte retten ihm in einer Not-Operation das Leben. Sandra N. ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Mit Schal und weißer Weste sitzt sie im Gerichtssaal, die Augen rot vom vielen Weinen.

„Ich könnte nie einem Menschen weh tun“, sagt sie schluchzend. „Aber ich dachte, er bringt mich um.“ War es wirklich Notwehr? Im Prozess spricht vieles dagegen. Im Käferzelt hatte Sandra N. mit ihrem Lebensgefährten, einem Hamburger Millionär, und mit Ex-Fußball-Profi Patrick Owomoyela (36) gefeiert. An Tisch 178 floss viel Alkohol. Vier Mass Bier, Schnaps, Champagner und Wein hatte allein die Angeklagte intus. Als es vor dem Zelt zum Streit kommt, mischt Sandra N. kräftig mit.

Doch plötzlich steht Andreas R. alleine vor ihr, schildert sie vor Gericht. „Er war aggressiv und hat mich als Nutte beschimpft.“ Laut Anklage soll sie aber erst zugestochen haben, als er sie gar nicht mehr festhielt. „Sie nahmen seinen Tod billigend in Kauf“, wirft ihr Staatsanwältin Melanie Lichte vor. Sechs Tage lang wurde Andreas R. nach der Attacke im Krankenhaus behandelt. Erst nach vier Monaten konnte der Lkw-Fahrer wieder arbeiten - so schwer waren seine Verletzungen im Bauchraum.

„Mein Spezl wollte lustig sein und machte einen Spruch“, schildert er den Ursprung des Streits. „Herr Owomoyela hatte das wohl falsch verstanden und regte sich auf.“ Laut Anklage fühlte sich der Ex-Kicker als Flüchtling beschimpft und schubste den Spezl von Andreas R. zu Boden. „Daraufhin habe ich ihn auch beschimpft.“ Der Streit eskaliert.

Sandra N. habe er aber nie festgehalten, sagt Andreas R. - sondern nur weggedrückt, weil er sich von ihr bedrängt fühlte. „Sie war hysterisch. Es gab ein Mordsgeschrei. Ich ging dann weg in Richtung Rettungsgasse.“ Aber Sandra N. sei zurückgekommen. „Kurz darauf merkte ich, dass ich am Bauch stark blute.“ Den Messerstich hatte Andreas R. im Stress gar nicht gespürt. Im Sanka brach er später zusammen. Sandra N. aber zog weiter ins P1.

Ihre Freunde ahnten nichts. „Ich hatte Angst, es ihnen zu sagen.“ 75.000 Euro Schmerzensgeld muss sie an Andreas R. zahlen. Für die Messerattacke droht ihr sogar lebenslange Haft. Wird Patrick Owomoyela sie entlasten? Er ist an diesem Dienstag als Zeuge am Landgericht geladen.

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