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Sanitäter des Roten Kreuzes schieben eine Trage zu einem Einsatz auf dem Oktoberfest.

Kritik und Glückwünsche

Wirbel um BRK-Wiesn-Aus: „Ein Schlag ins Gesicht von 180.000 Ehrenamtlern“

Nach 133 Jahren wird voraussichtlich nicht das BRK München, sondern ein privater Anbieter den Ambulanz-Dienst auf der Wiesn 2018 übernehmen. Das Netz diskutiert mit:

Überraschend hat die Stadt München den Auftrag für den Sanitätsdienst auf dem Oktoberfest 2018 an den privaten Anbieter Aicher Ambulanz vergeben. Nach 133 Jahren wäre damit erstmals das Bayerische Rote Kreuz nicht verantwortlich für die Wiesn-Ambulanz. Die Entscheidung, für die Jahre 2018 bis 2021 einen privaten Anbieter für die medizinische Betreuung der Wiesn-Besucher unter Vertrag zu nehmen, wird im Netz und in den sozialen Medien kontrovers diskutiert.

Dieter Schütz, Pressesprecher vom Deutschen Roten Kreuz, spricht auf Twitter von einem Ärgernis:

Auch andere Nutzer zeigen sich besorgt:

Das Bayerische Rote Kreuz selbst ist natürlich nicht begeistert von der Entscheidung: „Wenn dies so kommen wird, ist es ein Schlag ins Gesicht von 180.000 ehrenamtlichen Aktiven des Bayerischen Roten Kreuzes...“ schreibt das BRK auf Facebook.

Unter dem Beitrag wird diskutiert, wie es soweit kommen konnte. Die Frage, die viele User umtreibt:Wie kann ein privates Unternehmen das BRK unterbieten, wo doch die Sanitäter des BRK honorarfrei auf dem Oktoberfest 2018 arbeiten?

Facebook Nutzer Michael M. macht seinem Ärger Luft. Er schießt allerdings nicht gegen die Aicher Ambulanz, sondern fragt sich, was beim BRK falsch läuft. Sein Beitrag wurde besonders oft geliket:

„Diese einseitige Darstellung ist lächerlich. Der Preis ist schon seit 2011 alleinig ausschlaggebend, wobei bisher das BRK gewonnen hat. Dass ein privater Anbieter, der unmöglich genauso günstig arbeiten kann wie das Rote Kreuz mit seinen fast 100% ehrenamtlichen Leuten, trotzdem den Zuschlag bekommt zeigt die Unfähigkeit und Arroganz der Verantwortlichen beim BRK. Ich als einer der 180.000 Ehrenamtlichen empfinde es nicht als Schlag ins Gesicht dass ein anderer Anbieter den Sanitätsdienst übernimmt. Wieso auch? Anerkennung sollte man nicht durch das Gewinnen von Ausschreibungen bekommen. Es ist allerdings eine Frechheit, wie das BRK zu Unrecht auf den privaten Anbieter und die Stadt München hetzt, und das auch in meinem Namen.“

Diskutieren Sie auf unserer Facebook-Seite Oktoberfest mit:

Lesen Sie Twitter-Reaktionen:

Auch auf Twitter kreidet ein Nutzer diesen Umstand ebenfalls an:

Die Aicher Ambulanz geht offensiv gegen die Kritik vor, auch auf der Homepage des Unternehmens wurde eine Stellungnahme veröffentlicht.

Viele Nutzer gratulieren dem Unternehmen, aber auch kritische Beiträge sind zu finden: „Wie wollt ihr bitte 130!!! Jahre Wiesn Erfahrung (BRK) innerhalb von 4 Monaten aufholen?“, schreibt ein User. Aicher Ambulanz ist sichtlich bemüht, auch den Kritikern zu antworten:

„Lieber ..., wie in unseren Pressemitteilungen bereits ausgeführt, haben wir in den letzten 30 Jahren bei vielen Großveranstaltungen unter Beweis gestellt, dass wir sowohl personell, als auch organisatorisch in der Lage sind, qualitativ hochwertigen Sanitätsdienst vorzuhalten. Nicht ohne Grund haben wir daher die hohen Hürden bezüglich der Leistungsfähigkeit der vorliegenden Ausschreibung überschritten. Wie uns soeben bekannt wurde, wird das Bayerische Rote Kreuz gegen die beabsichtigte Vergabe des Sanitätsdienstes an uns Rechtsmittel einlegen. Aus diesem Grunde haben Sie sicherlich Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine näheren Angaben machen können. Herzliche Grüße, Ihre Aicher Ambulanz Union“

Hin- oder her, fest steht: Die Stadt München verfügt selbst nicht über die notwendigen Kapazitäten, um eine medizinische Versorgung der über sechs Millionen Gäste auf dem Oktoberfest sicherzustellen. Deshalb muss ein externer Anbieter verpflichtet werden. Da das Auftragsvolumen die Summe von 209.000 Euro übersteigt, muss der Auftrag seit 2011 öffentlich ausgeschrieben werden. Bis jetzt konnte das BRK immer seine Mitbewerber unterbieten. Das BRK möchte allerdings Einspruch gegen die Entscheidung der Stadt München erheben, Zeit dafür bleibt bis zum 30. April 2018.

Lesen Sie auch: Weil sich die Stadt offenbar verkalkuliert hat, könnte Wiesn-Bier richtig teuer werden

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