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Sandra N. (34) muss viereinhalb Jahre in den Knast.

Was droht den Anwälten nach der Richterschelte?

Wiesn-Prozess: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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München - Nach dem Urteil gegen die Messerstecherin von der Wiesn bleiben viele Fragen. Die tz beantwortet die wichtigsten.

So einen Richter-Auftritt hat es selten gegeben! Nach dem Urteil gegen Messerstecherin Sandra N. (34, Name geändert) holte Norbert Riedmann zum Rundumschlag aus. Viereinhalb Jahre gab es für die Millionärsfreundin – und harte Worte gegen ihre Verteidiger und ihren Verlobten. Nach dem Urteil bleiben viele Fragen. Die tz beantwortet die wichtigsten.

Ist das Urteil rechtskräftig?

Nein, noch nicht. „Der Angeklagten, der Staatsanwaltschaft und dem Nebenkläger stehe die Revision zum Bundesgerichtshof offen“, sagt Gerichtssprecherin Andrea Titz. Und zwar binnen einer Woche ab Urteilsverkündung. Der BGH kann das Urteil bestätigen, verwerfen oder zu einer anderen Strafkammer des Landgerichts zurückweisen.

Wo verbringt Sandra N. ihre Haft?

„Das ist noch nicht klar“, sagt Staatsanwaltschafts-Sprecher Florian Weinzierl. Laut Justizvollzugsplan wird sie in einem bayerischem Gefängnis einsitzen – in der Regel in der JVA Aichach, dem bekannten Frauenknast. „Es gibt auch die Möglichkeit der Verlegung in eine wohnortnahen JVA.“ Also Hamburg. Das werden die Anwälte wegen N.’s Kinder wohl beantrage.

Was droht den Anwälten nach der Richterschelte?

Ob die Anwälte in die Verwicklungen um den gekauften Zeugen einbezogen waren, müsse geprüft werden, sagt Norbert Riedmann und sprach von einem „Skandal“. Er sah Anhaltspunkte für den Verdacht einer Straftat. „Die Umstände verlangen nach Aufklärung“, sagte er und kündigte an, die Anwaltskammer zu informieren. Dort droht den Anwälten im schlimmsten Fall ein Vertretungsverbot. Sie selbst wiesen die Vorwürfe zurück. Auch die Staatsanwaltschaft will den Fall prüfen. „Wir schauen uns die Umstände genau an“, sagte Sprecher Weinzierl. Noch ist kein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Muss auch der Millionär ins Gefängnis?

Möglich. Auf die Anstiftung zur falschen uneidlichen Aussage stehen bis zu fünf Jahre Haft. Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen. 

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