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Post für Sie: So warb der der SPD-Mann vor der Bundestagswahl 2013 im Münchner Norden um Stimmen.

Das sagt der Abgeordnete

Florian Post nach Wildbiesel-Streit: „Finde das ekelhaft“

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München - Auf Facebook schimpft SPD-Bundestagsabgeordneter auf einen Wildbiesler – und wird für seine Wortwahl kritisiert.

Ein Wildbiesler im U-Bahnhof hat den Münchner SPD-Bundestagsabgeordneten Florian Post derart erzürnt, dass er auf seiner Facebook-Seite davon berichtet und Anstand angemahnt hat. Doch in der Debatte, die sich entspann, wurde der 35-Jährige dann selbst kritisiert – für seine Wortwahl.

Zahlreiche Stimmen geben ihm Recht. Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler lobt: „Danke, Herr Post, für Ihre klaren Worte. Sie haben damit so recht: Anstand fängt im ,Kleinen‘ an.“ Auf Nachfrage sagt sie, sie sei froh gewesen, dass sich endlich mal jemand für mehr Anstand einsetze. Für ihren Kommentar bedankt sich Post überschwänglich.

Dagegen schreibt Nutzer M.: „Das ist der Sound der SPD von heute. Früher gab es kostenlose ,Bedürfnisanstalten‘. Heute sind das Profit-Center. Sind es die betuchten Anzugträger, die im Sperrengeschoss ihre Notdurft verrichten? Oder diejenigen, die es sich nicht leisten können, dafür zu zahlen?“ Post entgegnet: „ Du hast sie doch nicht mehr alle! Wer ins Sperren-Geschoss pisst, ist ein Asozialer! Egal, was er trägt! Anzug oder nicht!“

M. kritisiert den Umgangston des Sozialdemokraten, der „weit weg“ sei von der Forderung des früheren Ministerpräsidenten Kurt Eisner: „Jedes Menschenleben soll heilig sein.“ Ein anderer Nutzer freut sich, dass öffentlich das Wort „Pissen“ verwendet wird. Post aber schreibt: „Ich werde das nicht relativieren!“ Außerdem: „Und wenn mich jemand angreift, bekommt er eine mit.“

Grünen-Stadtrat Dominik Krause machte sich auf Twitter über Posts Wildbiesl-Aufregung lustig – und hinterfragte den Begriff „asozial“. Post sagte am Montag auf Anfrage: „Ich stehe dazu, dass ich den Sachverhalt ekelhaft finde.“ Das Argument, dass Toiletten fehlten, weise er von sich – tagsüber hätten alle Cafés geöffnet. Er gesteht zu: „Meine Wortwahl wird nicht stilprägend sein für meine politischen Debatten.“ Einige Ausdrücke seien im Eifer des Gefechts entstanden: „Grober Klotz, grober Keil.“ Doch solches Bürgerverhalten „asozial“ zu nennen, dazu stehe er: „Wie will man als Politiker soziale Verhältnisse im Zusammenleben erreichen, wenn man asoziale Verhaltensweisen nicht benennen darf?“ Der Ton indes, den einer anschlägt, gerade in sozialen Medien – er dürfte mindestens Streitsache bleiben.

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