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Ude will Bundeswehr-Flächen noch nicht aufgeben

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OB Christian Ude
agiert nach dem Prinzip „Kasernen zu Wohnungen“.
OB Christian Ude agiert nach dem Prinzip „Kasernen zu Wohnungen“.

München - Der OB plant erneuten Anlauf bei Verteidigungsminister de Maizière, um das Gelände an der Dachauer Straße für Wohnungsbau zu nutzen.

OB Christian Ude (SPD) will weiter dafür eintreten, dass das Bundeswehr-Gelände an der Dachauer Straße für den Bau neuer Wohnungen genutzt werden kann. Er werde Verteidigungsminister Thomas de Maizière deshalb nochmals anschreiben, wenn die Entscheidung zur Umstrukturierung der Bundeswehr in München im Detail bekannt ist, sagte Ude unserer Zeitung.

Wie berichtet, hatte de Maizière gestern seine Sparpläne für die deutschen Kasernen veröffentlicht. Auch in München werden 950 Dienstposten abgebaut. Die Bundeswehr teilte der Stadt jedoch mit, dass sie keine ihrer Liegenschaften in München aufgeben werde. Dies kam überraschend. Denn während Kommunen in ganz Deutschland auf den Erhalt ihrer Standorte drängten, hatte sich OB Ude sogar dafür ausgesprochen, in München Kasernenflächen freizumachen - sie könnten für dringend nötige Wohnungen verwendet werden. Über die Entscheidung des Verteidigungsministeriums könne er sich daher „nur wundern“, so der OB.

Vor allem das Areal an der Dachauer Straße steht auf dem Wunschzettel des OB - es gibt bereits Pläne für ein Wohnviertel dort. Denn hier wäre das Olympische Dorf entstanden, falls München die Spiele 2018 ausgetragen hätte.

Doch auch wenn die Bundeswehr den Standort nicht aufgeben wird, stellt sich die Frage, ob sie nach der Reform auf dem Gelände näher zusammenrücken könnte, um Platz für Wohnungen zu machen. Ude hält solche Überlegungen für „zwingend“.

Die CSU hatte indes für die Rettung der Bundeswehrstandorte in München gekämpft. Sie warf Ude vor, er sei für den Abbau der Dienstposten mitverantwortlich. „Nur dem massiven Einsatz von Mandatsträgern der CSU München ist der Verbleib wichtiger Bundeswehreinrichtungen am Standort München zu verdanken“, betonte Münchens CSU-Chef, Kultusminister Ludwig Spaenle.

Ude entgegnete, die Kritik sei unverständlich. Es sei ein Verteidigungsminister der CSU gewesen - Karl-Theodor zu Guttenberg - der die ganze Reform in Gang gesetzt habe. Auch heute sei die CSU Teil der Bundesregierung. Da sei es „lächerlich“, nun einem SPD-Oberbürgermeister die Schuld an den Maßnahmen in die Schuhe zu schieben.

Von Johannes Patzig

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