Stau auf der A 96: Ein Dauerproblem, das den Anwohnern dicke Luft beschert. Eine Einhausung könnte helfen. mw

A 96: SPD will Einhausung

München - Die Stadt München soll eine Machbarkeitsstudie zur Einhausung der A96 zahlen. Geld für den Bau ist allerdings nicht in Sicht.

Mit dem Antrag, die Stadt solle auf eigene Kosten eine Machbarkeitsstudie zur Einhausung der A 96 nach Lindau in Auftrag geben, wollen die SPD-Stadtratsmitglieder Claudia Tausend und Ingo Mittermaier einer Forderung zahlreicher lärm- und abgasgeplagter Anwohner neuen Schub verleihen. Woher das Geld kommen soll, um die zu erwartenden Ergebnisse der Studie umzusetzen, lassen sie offen.

Im Juli 2012 hatte der Stadtrat einen CSU-Antrag auf eine derartige Machbarkeitsstudie vertagt - man wollte zunächst eine laufende Studie der Nachbargemeinde Gräfelfing abwarten. Was daraus geworden ist, habe sie nicht weiter verfolgt, so Tausend. Die Situation dort sei aber ohnehin anders: Zuständig sei der Bund. Weil der die Lindauer Autobahn im Bereich Gräfelfing ausbaut, müsse er auch für Lärmschutz zahlen. Zumindest einen Teil der Einhausungskosten bekomme die Gemeinde dadurch zurück. Was die vier Kilometer im Münchner Stadtgebiet betrifft, hat der Bund jedoch längst klargestellt: Es sind keine Änderungen geplant, Geld für Lärmschutz oder eine Studie ist nicht zu erwarten.

Tausend will den Planern keine Vorgaben machen: „Ich würde gerne innovative Lösungen hören“, sagt sie. Zwar glaubt sie nicht an Wohnungsbau auf einem Einhausungs-Deckel, doch sie verweist auf Anwohner-Vorschläge, Sportanlagen auf den Deckel zu verlagern und an deren alter Stelle Häuser zu bauen. Auch eine Solaranlage, so Tausend, könne womöglich einen Teil der Kosten refinanzieren. Bei vier Kilometern Strecke schwebt der Stadträtin keine einheitliche Lösung, sondern „ein Baukastensystem“ vor.

Doch egal, was den Planern einfällt: Die Stadt, so Tausend, könne dafür erst Geld geben, wenn ihre Verkehrs-Pflichtaufgaben - unter anderem Englischer Garten und Landshuter Allee - erledigt sind. Also nicht in absehbarer Zeit. Die Chance auf Landes-Zuschüsse, wie die Grünen sie fordern, stuft Tausend als „nicht sehr hoch“ ein. Bleibt die Hoffnung, dass der Bund seinen Verkehrswege-Etat aufstockt (Wahlkämpferin Tausend: „Wir würden das tun“) oder dass für ein besonders innovatives Projekt Forschungsmittel fließen.

Vergifteten Beifall hat Tausend schon eingeheimst: CSU-Fraktionschef Josef Schmid zeigt sich erfreut, dass die SPD hier wie auch bei anderen Projekten „nun endlich die verkehrlichen Notwendigkeiten“ sehe. „Wäre es nach uns gegangen, wären wir bei diesen Projekten schon in den Planungen“, ätzt Schmid.

Peter T. Schmidt

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