Der Vater der „Löwengrube“: Willy Purucker hat mit 85 Jahren seine Roman-Trilogie jetzt fertiggestellt. Foto: Westermann

Willy Purucker stellt Familien-Trilogie fertig

München - "Die Grandauers und die Zeit danach": Willy Purucker, Vater der TV-Serie „Die Löwengrube“, beleuchtet in seiner Familien-Trilogie nun auch die Münchner Nachkriegszeit.

Willy Purucker hat es tatsächlich geschafft: Mit 85 Jahren hat der Vater der TV-Serie „Die Löwengrube“ vor Kurzem den letzten Teil der Familiensaga um die Grandauers in Romanform gegossen. Jetzt ist die gesamte Geschichte der Münchner Familie zwischen Hitlers Aufstieg und den Trümmerjahren nach dem Zweiten Weltkrieg auch als Buch erhältlich. In der kommenden Woche liest Purucker aus „Die Grandauers und die Zeit danach“ (LangenMüller Verlag, 344 Seiten, 19,95 Euro) an einem der Originalschauplätze - dem Polizeipräsidium in der Löwengrube.

Stück für Stück hat Purucker in den vergangenen Jahren den Grandauer-Stoff, mit dem er Ende der 70er-Jahre durch eine BR-Hörfunkserie bekannt wurde, umgearbeitet. Die Manuskripte für die Romane hat er handschriftlich verfasst. Weder Schreibmaschine noch Computer sind das Ding des betagten Herrn. Und: „Auf die Musen möcht I mi ned verlassen, die küssen an oiden Herrn nimma so oft“, hat er einmal gesagt. Doch das Handwerk beherrscht er. Auch im letzten Teil der Trilogie, in dem die Grandauers die entbehrungsreiche Zeit der Trümmerjahre durchleben, wird Geschichte greifbar im Alltag des kleinen Mannes.

Alltag heißt in diesem Fall Neuanfang: Die Wohnung der Grandauers ist nach dem Zweiten Weltkrieg ausgebombt, beide Söhne sind verschollen und es ist wieder einmal der Bäcker Kreitmeier, der die Unbehausten mitsamt der Oma Soleder bei sich aufnimmt.

Mehr „in die Figuren hinein sehen“ könne man im Roman, glaubt Purucker. Und tatsächlich sieht der Leser nicht zwingend die Stars der Fernsehserie „Löwengrube“ vor sich. Mit den Krimifolgen über die Grandauers - Jörg Hube und Christine Neubauer in den Hauptrollen - hatten Purucker und der Bayerische Rundfunk 1989 erneut einen Coup gelandet.

Wer den agilen „Vater der Löwengrube“ selbst erleben will, hat dazu am Donnerstag, 25. November, Gelegenheit. Dann liest der „Pu“, wie Willy Purucker von seinen Kollegen genannt wurde, ab 19 Uhr aus dem letzten Band der Grandauer-Trilogie. Am Veranstaltungsort, dem Polizeipräsidium München, kann man zudem vor der Lesung, um 18.30 Uhr, an einer Führung durch die Räumlichkeiten an der Ettstraße teilnehmen. Der Eintritt zu Führung und Lesung kostet acht Euro. Eine Anmeldung unter der Telefonnummer 089/29 08 81 16 ist erforderlich.

Caroline Wörmann

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