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Bogner zu Olympia: „Müssen Einzigartiges schaffen“

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„Mit mittelklassigen Lösungen brauchen wir nicht kommen“: Willy Bogner (67) plädiert für mehr Qualität der Olympia-Bewerbung.

München - Skirennfahrer, Modeschöpfer, Filmemacher: Willy Bogner ist ein Mensch mit vielen Facetten. Weil der 67-Jährige auch ein Mann mit Visionen ist, soll er die Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 voranbringen - als Chef der Bewerbungsgesellschaft.

Herr Bogner, Sie waren Olympia-Teilnehmer, sind aber unglücklich gescheitert. Spielt das eine Rolle, dass Sie sich nun für die Winterspiele 2018 engagieren?

Es fängt schon viel früher an. Mein Vater war 1936 bei den Spielen in Garmisch-Partenkirchen mit dabei und hat hinterher meine Mutter kennengelernt. Er war ein Spenglersohn als Traunstein, meine Mutter eine gutsituierte Verlegerstocher aus Norddeutschland. Ich sag mal so: Wenn mein Vater nicht ein bekannter Olympiateilnehmer gewesen wäre, hätte ihn die Verlegerstochter wohl nicht kennengelernt. Insofern habe ich meine Existenz Olympia zu verdanken und hier eine gewisse Bringschuld.

Doch was war mit dem Ausscheiden 1960 beim Slalom in Squaw Valley? Schmerzt Sie das noch sehr?

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Im Gespräch: Willy Bogner (2.v.r.) mit den Redakteuren (v.l.) Matthias Holzapfel, Matthias Kristlbauer und Armin Gibis.

Es war für mich als 18-Jähriger der Höhepunkt meiner Skikarriere, obwohl ich nicht gewonnen habe. Nach dem ersten Durchgang war ich eine Sekunde voraus und somit quasi drei Stunden Olympiasieger. Das stört natürlich ein wenig in der Konzentration. Vielleicht kam dadurch ja der Fehler zustande, der mich die Medaille gekostet hat. Ich glaube aber, dass sich mehr Leute an mein dramatisches Scheitern erinnern, als wenn ich gewonnen hätte. Ich sehe das heute als positives und prägendes Erlebnis.

Mit welchen Argumenten wollen Sie die Deutschen von Olympia 2018 überzeugen?

Für die Stadt, die Region und das Land ist Olympia doch die beste öffentliche Darstellung, die man sich vorstellen kann. Da sitzt die Hälfte der Weltbevölkerung vor dem Fernseher. Nicht nur Sport wird vermittelt, auch die Kultur, die Menschen und das Denken werden präsentiert. Die Münchner haben schon erlebt, was die Spiele von 1972 gebracht haben: die U-Bahn, auch städtebaulich passierte einiges. Da wurde ein visionäres Konzept umgesetzt und ein großes Erbe hinterlassen. Wir müssen uns jetzt überlegen, was wir hier 2018 dazubringen können.

Ein paar Sportstätten und zwei Olympische Dörfer in München und Garmisch. War das schon alles?

Nein. München soll noch attraktiver werden. Das ist meine Vision. Wir haben jetzt die Chance, noch mal ein Wahrzeichen hinzuzufügen. Da arbeiten wir dran.

Sie meinen etwas Architektonisches?

Natürlich. Wir können uns nicht mehr auf dem Zeltdach im Olympiapark ausruhen. Bei dem neuen Olympischen Dorf muss etwas entstehen, was man auch hinterher ansehen kann.

Viel wird dabei von der Begeisterung der Menschen abhängen. Wie groß ist die Zustimmung in den Untersuchungen, die Sie in Auftrag gegeben haben?

Wir sind auf jeden Fall gut dabei. Um die 75 Prozent haben wir in verschiedenen Bereichen. Das ist kein schlechter Ausgangswert. Wichtig ist, wie es kurz vor der Entscheidung aussieht.

Kritik kam zuletzt vor allem aus Garmisch. Sie wollten doch mit den Menschen dort ein paar Biere trinken, um auch sie von Olympia zu überzeugen. Wie viele sind’s geworden?

(lacht) Fünf ungefähr. Die Treffen waren insgesamt sehr positiv bis jetzt. Die Leute wollen ja wissen, um was es geht und wie wir mit unseren Konzepten weiterkommen. Ich denke, die Stimmung dort wird sich schon beruhigen.

Glauben Sie, dass es zu einem Bürgerbegehren gegen Olympia kommt?

Das ist schwer zu sagen. Das liegt ja nicht in unserem Einflussbereich. Ich nehme derzeit nicht an, dass es kommt.

Interview: M. Kristlbauer, A. Gibis und M. Holzapfel

Das komplette Interview lesen Sie am Freitag im Münchner Merkur.

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