+
Mit der sogenannten Yellow Card können die Asylbewerber der Erstaufnahmeeinrichtung ihr Taschengeld abholen. Die Fotos sind in schlechter Qualität, die Unterschriften oft nur ein Strich. Das erleichtert Betrügereien.

Nach Fällen in Fürstenfeldbruck

Wirbel um Yellow Card: Kein Betrug in München

München – In der Erstaufnahmeeinrichtung in Fürstenfeldbruck ermittelt die Polizei wegen einer Reihe von Betrugsfällen.

Asylbewerber sollen mehrere Hausausweise, sogenannte Yellow Cards, beantragt und damit ihr Taschengeld doppelt einkassiert haben. Während das Landratsamt dort bereits 27 Anzeigen erstattet hat, ist der Stadt München von Flüchtlingen in der Bayernkaserne kein einziger aktueller Fall dieser Art bekannt. „In den vergangenen Jahren hat niemand versucht, bei uns doppelt Bezüge zu erhalten“, sagt Ottmar Schader, Sprecher des Sozialreferats. Vor einigen Jahren habe es einmal Betrugsversuche gegeben – allerdings liege das weit zurück. „Es war vor der großen Flüchtlingswelle.“

Auch Andrea Betz, der Leiterin der Abteilung Flüchtlinge und Migration der Inneren Mission, sind in München keine vergleichbaren Fälle bekannt. Sie räumt aber ein, dass der derzeitige Hausausweis Betrug möglich mache. Es handelt sich dabei um ein gelbes Papier mit einem Foto in schlechter Qualität. Die Unterschrift ist oft schwer lesbar. Bei der Menge an Flüchtlingen, die sich ihr monatliches Taschengeld bei den Ämtern abholen, sei es für die zuständigen Mitarbeiter unmöglich, einen Überblick zu behalten. Ein sichereres System wäre eine Karte mit digitalem Fingerabdruck, sagt sie. Betz warnt aber vor allem davor, nach den Betrugsfällen in Fürstenfeldbruck alle Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen.

Im Landratsamt Fürth, das für die Erstaufnahme in Zirndorf zuständig ist, konnte am Donnerstag nicht geklärt werden, ob es bereits Betrugsversuche mit den Hausausweisen gegeben habe. Die Regierung von Oberbayern betonte lediglich, sie sei nur für die Ausstellung der Papiere zuständig.  

mm

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

A99 wird Dauerbaustelle: Das kommt auf die Autofahrer zu
Dem Autobahnring zwischen den Kreuzen München-Ost und München Nord steht eine umfangreiche Sanierung bevor, die sich über drei Jahre hinziehen wird. Was alles geplant …
A99 wird Dauerbaustelle: Das kommt auf die Autofahrer zu
Krach um die neue Rumpel-Tram
München - Anwohner an der Linie 17 klagen über Lärm und Erschütterungen, ausgelöst durch die neuen Münchner Trambahnen. Tatsächlich sagen Münchner Verkehrsgesellschaft …
Krach um die neue Rumpel-Tram
Schauburg-Intendantin stellt sich den Bürgern
Die künftige Intendantin des Theaters der Jugend in der Schauburg, Andrea Gronemeyer, verspricht einen engen Austausch mit den Bürgern.
Schauburg-Intendantin stellt sich den Bürgern
U-Bahnhof Sendlinger Tor: Spatenstich mit schwerem Gerät
Mit dem ersten Spatenstich für den Neubau des Erweiterungsbauwerks Blumenstraße fiel am Montag der Startschuss für den Umbau des U-Bahnhofs Sendlinger Tor.
U-Bahnhof Sendlinger Tor: Spatenstich mit schwerem Gerät

Kommentare