Die Nahverkehrs-Erweiterung des Jahres ist genau zwei Kilometer lang: Ab 12. Dezember fährt die U 3 bis Moosach. Insgesamt wächst das Angebot bei U-Bahn, Bus und Tram laut MVG bis Ende 2011 um ein Prozent.

So wird das Jahr bei U-Bahn, Bus und Tram

München - Die Nahverkehrs-Erweiterung des Jahres ist genau zwei Kilometer lang: Ab 12. Dezember fährt die U3 bis Moosach. Insgesamt wächst das Angebot bei U-Bahn, Bus und Tram laut MVG bis Ende 2011 um ein Prozent.

Die ersten Gleise sind verlegt. Und auch die Gestaltung der neuen U-Bahnhöfe „Moosach“ und „Moosacher St.-Martins-Platz“ hat begonnen. Noch neun Monate bleiben, dann sollen großformatige Blüten des Künstlers Martin Fengel die Wände in der Station „Moosach“ zieren. Unter dem St.-Martins-Platz wird die Foto-Installation „Forst“, angebracht – 69 000 Nahaufnahmen von Moosacher Gärten, Parks und Innenhöfen. Gestaltet wird sie vom in München lebenden Japaner Masayuki Akiyoshi. Für die richtige Beleuchtung der Bahnhöfe sorgen je 50 Pendelleuchten aus weißem Mattglas.

Verläuft alles planmäßig, rauscht am12. Dezember 2010 die erste U 3 auf der in sechs Jahren Bauzeit um zwei Kilometer verlängerten Strecke vom Olympia-Einkaufszentrum nach Moosach. Die 180 Millionen Euro teure Anbindung soll ganztägig im Zehn-Minuten-Takt bedient werden.

Rollt die U-Bahn, gibt es auch Änderungen im Busnetz: So fährt etwa der MetroBus 50 nicht mehr bis Moosach, sondern von der Lasallestraße direkt zum OEZ. Der MetroBus 50 wendet am Moosacher Bahnhof. Weil die StadtBusse 162 und 163 von der Untermenzinger Straße direkt zum Moosacher Bahnhof fahren, wird ein neuer „Quartiersbus“ geschaffen. Er verkehrt nur zwischen den wegfallenden Haltestellen Dillinger, Donauwörther, Olhauer Straße und dem Moosacher Bahnhof.

In wenigen Wochen beginnen die Bauarbeiten für ein weiteres Ausbauprojekt der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG): Von Mai an werden Bagger an der 4,3 Kilometer langen Tramverbindung nach St. Emmeram schaufeln. Die Trasse für das Rasengleis, über dem ein schlankes Oberleitungssystem schweben wird, soll bis Herbst 2011 fertig sein. Um neun Haltestellen wird die Linie 17 oder 18 vom Effnerplatz aus verlängert.

Gerade hat die MVG im fünften Jahr in Folge einen neuen Fahrgastrekord gemeldet. Mit 500 Millionen Fahrten waren 2009 0,5 Prozent mehr Menschen mit U-Bahn, Bus und Tram unterwegs. Das Leistungsangebot werde mitwachsen, betont MVG-Chef Herbert König – bis Ende 2011 „um rund ein Prozent“. Der Nahverkehr sei „weiter auf Wachstumskurs“, allerdings „im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten“. Man habe im Gegensatz etwa zur S-Bahn nur die Fahrgeldeinnahmen zur Verfügung, und keine Entgelte des Freistaats aus Bundesmitteln.

Weil einige Trambahnen zu bestimmten Zeiten überfüllt sind, will die MVG den Takt verdichten. Die 15er, die viele Schüler nutzen, soll zwischen Max-Weber-Platz und Großhesseloher Brücke unter der Woche mittags öfter fahren. Die Tram 16 fährt – gemeinsam mit der Linie 17 – am Samstag länger im Fünf-Minuten-Takt; von Montag bis Samstag gibt es abends länger den Zehn-Minuten-Takt zwischen Sendlinger Tor und Romanplatz.

„Kümmerlich“ nennt Andreas Nagel vom Fahrgastverband „Aktion Münchner Fahrgäste“ die geplanten Verbesserungen. Eine neue U-Bahn, die nur alle zehn Minuten fahre, sei „kein attraktives Angebot“. Zudem müsse auf allen Tram- und MetroBus-Linien bis 22 Uhr ein Zehn-Minuten-Takt möglich sein.

Caroline Wörmann

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Die Menschen der Münchner Tafel“: Ausstellung gibt der Armut ein Gesicht
Die Münchner Tafel hilft vielen Menschen in der Stadt, immer wieder. Eine Fotoausstellung im Gasteig würdigt den ehrenamtlichen Einsatz und gibt der Armut ein Gesicht. 
„Die Menschen der Münchner Tafel“: Ausstellung gibt der Armut ein Gesicht
Spendenaktion: „Ein Mädchen wird ja eh heiraten“
Antonia Lüdemann*, 88, lebt in Altersarmut. Und das, obwohl sie stets gearbeitet hat, wo es nur ging. Ein Frauenschicksal, das nachdenklich macht.
Spendenaktion: „Ein Mädchen wird ja eh heiraten“
Spendenaktion: Sparen für die Enkel
Agnes Berg*, 78, hat nur eine schmale Rente – weil sie die Hälfte ihres Geldes an ihren Ex-Mann abgeben muss. Dennoch versucht sie, von dem wenigen Geld noch etwas zu …
Spendenaktion: Sparen für die Enkel
Münchner OB-Kandidatin wütet über S-Bahn-Chaos - Hiobsbotschaft gibt es am Tag darauf 
S-Bahn-Störung in München: Zunächst kam es auch am Freitag zu Beeinträchtigungen. Die OB-Kandidatin der Grünen wütete am Tag zuvor auf Twitter.
Münchner OB-Kandidatin wütet über S-Bahn-Chaos - Hiobsbotschaft gibt es am Tag darauf 

Kommentare