Wirte wollen Raucher mobilisieren

München - Am 4. Juli entscheidet das Volk über ein absolutes Rauchverbot. Die Gastronomen machen dagegen mobil – und gründen am Mittwoch das „Aktionsbündnis für Freiheit & Toleranz“.

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Das Aktionsbündnis engagiert sich für den Erhalt des bestehenden Gesetzes zum Nichtraucherschutz und will, dass die Bayern beim Volkentscheid gegen eine Verschärfung stimmen. Schließlich biete das Gesetz in seiner jetzigen Form eine „gute Balance zwischen Nichtraucherschutz und individueller Entscheidungsfreiheit“, sagt Werner Gloßner, Geschäftsführer des Vereins Private Brauereien.

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Er betont, dass dem Aktionsbündnis durchaus daran gelegen sei, Kinder, Jugendliche und Nichtraucher vor Qualm zu schützen. Aber das Gesetz in seiner jetzigen Form garantiere das bereits: „In der Öffentlichkeit wird immer so getan, als gebe es keinen Nichtraucherschutz, dabei gibt es ja nur drei Ausnahmen vom Rauchverbot“.

Dem bestehenden Gesetz zufolge darf in Nebenräumen von Gaststätten und Discos geraucht werden. Außerdem können Wirte von „getränkegeprägten“ Einraumgaststätten, die kleiner als 75 Quadratmeter sind, diese zur Raucherkneipe erklären, zu der Minderjährige keinen Zutritt haben. Auch in Bierzelten darf geraucht werden.

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Die Bündnispartner wollen, dass das so bleibt: „Wir brauchen diese Ausnahmen, sonst haben wir ein riesiges wirtschaftliches Problem“, sagt Gloßner. Er fürchtet vor allem um die Existenz der kleinen Kneipen: „Die Münchner Einraumkneipen müssen schließen, wenn dort nicht mehr geraucht werden darf. Denen bleiben ja die Gäste weg“.

Außerdem sagt Gloßner: „Wo ist das Problem an einem abgeschlossenen Raum? Wer sich vom Zigarettenrauch gestört fühlt, muss sich dem ja nicht aussetzen“.

Das Aktionsbündnis, dem unter anderem der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband, der Verband der Schausteller sowie die Wiesenwirte angehören, will in den kommenden Wochen eine Kampagne starten: „Wir wollen die Leute nicht aufhetzen, sondern aufklären. Damit sie am 4. Juli vernünftig abstimmen“, sagt Gloßner. Geplant sind Plakate und Broschüren in den Gastronomiebetrieben Bayerns. Außerdem seien bayernweite Diskussionsforen und Informationsveranstaltungen geplant. Konkrete Termine gebe es dafür noch nicht.

Toni Roiderer, Sprecher der Wiesenwirte und Aktionsbündnispartner glaubt an den Erfolg der Kampagne: „Beim Volksbegehren haben ja nur die Leute abgestimmt, die ein absolutes Rauchverbot wollen. Ich hoffe, dass jetzt auch die wählen, die wollen, dass alles beim Alten bleibt.“

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