Erst der Pfarrer erlöste sie

Witwe von Betrüger 20 Jahre lang abgezockt

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München - Mit Lügengeschichten hat ein heute 52-Jähriger eine 78-Jährige um ihr Erspartes betrogen. In den vergangenen Jahren gab die Münchnerin dem Betrüger mehr als 100 000 Euro. Die Witwe vertraute sich schließlich ihrem Pfarrer an. Dieser riet ihr, zur Polizei zu gehen.

Vor etwa 20 Jahren klingelte der damals knapp über 30-Jährige an der Tür der Münchnerin. Er wollte ihr Putzmittel verkaufen. Im Gespräch bemerkte die Frau, dass der jüngere Mann kein geregeltes Einkommen hat. Sie fing nach Angaben der Polizei damit an, ihn mit kleineren Geldbeträgen regelmäßig zu unterstützen. Die Hilfsbereitschaft und Gutmütigkeit seines Opfers nutzte der Betrüger daraufhin eiskalt aus. Er erfand absurde Geschichten, um der Münchnerin noch mehr Geld abzunehmen. Unter anderem erzählte er, dass er seine Frau im Frauenhaus besuchen und seinen Sohn unterstützen müsse. Dabei hat der Mann weder Frau noch Kind. Zudem gab er vor, eine Bäckerlehre anfangen zu wollen – was er jedoch nie vorhatte.

Anfang 2015 fing der Betrüger dann an, gierig zu werden. Er forderte immer höhere Beträge. Dabei versprach er, das Geld zurückzuzahlen. Ab dem Moment begann die Rentnerin, Buch zu führen. Bis Ende des Jahres 2015 gab sie dem Betrüger knapp 100 000 Euro. Der Mann forderte regelmäßig Beträge von etwa 2500 Euro. Im Oktober 2015 legte der Betrüger der Rentnerin sogar einen Überweisungsschein über eine angebliche Zahlung von knapp 90 000 Euro vor. Das Geld kam nie auf dem Konto der Witwe an.

Schließlich vertraute sich die Rentnerin ihrem Pfarrer an. Auf seinen Rat hin erstattete sie Anzeige. Am Montag nahmen Beamte den Mann in seiner Wohnung in Sendling fest. Der 52-Jährige erklärte, er sei spielsüchtig und habe das Geld in Spielhallen verzockt. Der Mann hatte schon eine Bewährungsstrafe wegen Betrugs: Schon 2002 ergaunerte er sich mit derselben Masche Geld. Jetzt sitzt er in U-Haft.

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