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10 000 Wohnungen für den Osten der Stadt?

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München - Die Stadt will ein neues Kapitel ihrer Entwicklung aufschlagen. Im Osten sollen dafür riesige Flächen erschlossen werden. Damit würde der Bau von mehr als 10 000 Wohnungen möglich. Wichtigste Voraussetzung für die „Osterweiterung“ ist der Ausbau der S8 zur Express-S-Bahn.

Mit einem Votum für die S-Bahn-Linie 8 als künftigem Flughafen-Express würde sich eine Chance auftun, die Schienen-Trasse zwischen Zamdorf und Johanneskirchen unter die Erde zu legen. Damit würde eine verkehrliche Schranke beseitigt, die bislang die Entwicklung von möglichem Bauland im Nordosten der Stadt verhindert hat.

Alexander Reissl, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat: „Bislang konnten die Areale östlich der S 8-Trasse nicht angegangen werden, weil der Freistaat über Jahrzehnte nicht geklärt hat, was er mit der Bahnstrecke machen will.“

Die Trasse ist heute Sperrriegel und Lärmquelle in einem. Hier rattern die Züge Tag und Nacht, und an den beschrankten Straßen-Übergängen bilden sich wegen der hohen Zugfrequenz immer wieder lange Staus. So konnte es nicht zu einer weiteren Siedlungsentwicklung kommen.

Die SPD geht jetzt davon aus, dass der S 8-Flughafen-Express endgültig die große Tunnellösung für die Bahntrasse bringen werde. SPD-Planungssprecherin Claudia Tausend: „Für München wird uns auch in den kommenden Jahrzehnten ein starker Zuzug prognostiziert. Wir werden also weiterhin zahlreiche Wohnungen benötigen.“ Sie geht zudem davon aus, dass auch die Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln neue Impulse erfordert. Die U 4, die bislang am Arabellapark endet, werde wohl nach Englschalking verlängert. Die geplante Straßenbahn-Linie Cosimastraße – St. Emmeram könnte mit einer Abzweigung zum S-Bahnhof Johanneskirchen aufgewertet werden.

Auch CSU-Stadtrat Robert Brannekämper hat sich schon ans Werk gemacht, die Entwicklung nach Osten offensiv zu begleiten: „Wir brauchen jetzt eine große Kraftanstrengung von Bahn, Stadt, Land und Bund.“ Gemeinsam mit den großen Fraktionen im Bogenhausener Bezirksausschuss will er den Prozess voranbringen. Auch hier steht die Verlängerung der U 4 im Vordergrund. Brannekämper geht davon aus, dass die Siedlungs-Entwicklung behutsam vorangetrieben werden müsse. Rund die Hälfte der Bebauung soll den individuellen Wohnformen wie Doppel- und Einfamilienhäusern gewidmet sein. Verdichtetes Wohnen sei vor allem an den S-Bahn-Stationen sinnvoll. Das Quartier sei kaum für Gewerbe geeignet – schon eher für Büros.

Große Teile des Nordostens der Stadt sind von der Landwirtschaft geprägt. Das Grundwasser lässt sich an manchen Stellen mit gestrecktem Finger im Boden ertasten. Große Dränagen wie der Hüllgraben gehören zum Landschaftsbild.

Die südliche Barriere für die Ausdehnung des neuen Entwicklungsgebiets sind die Messeautobahn und die Pferdesport-Anlagen. Im Osten flankieren Dornach und Aschheim die Riesenfläche, im Norden wird die Siedlung an der Flensburger Straße mit dem Entwicklungsgebiet verschmelzen.

Eberhard Geiger

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