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Bauen in München und Umgebung: In der Stadt geht’s eng zu, die Landgemeinden wollen ihr Grün nicht opfern.

Selbst gesteckten Ziele hat die Stadt nicht erreicht

Wohnungsnot: Das Umland will München nicht retten

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München - München platzt aus allen Nähten. Politiker fordern deshalb immer wieder das Umland auf, mehr Wohnungen zu bauen. Tatsächlich haben die Umland-Gemeinden zuletzt aber mehr gebaut als die Stadt. „Wir werden nicht das Münchner Wohnungsproblem lösen können“, sagt Starnbergs Landrat Karl Roth.

Ohne das Engagement des Umlands werde München seine Wohnungsnot nicht in den Griff bekommen, betonen Münchner Politiker aller Parteien unisono. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt allerdings, dass die Bautätigkeit in den umliegenden Kreisen und Gemeinden stärker ausgeprägt ist als in München. 2015 wurden in der bayerischen Landeshauptstadt so wenige Wohnungen gebaut wie seit 2010 nicht mehr. 6596 Wohneinheiten stellten private Bauträger und die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften im vergangenen Jahr insgesamt her. Dies geht aus dem aktuellen Bericht des Planungsreferats über die Wohnungssituation in München hervor. 2013 und 2014 waren es jeweils über 7000 Wohneinheiten, die in München gebaut wurden, 2012 und 2011 jeweils knapp 6700.

Die selbst gesteckten Ziele beim Wohnungsbau hat die Stadt nicht erreicht. Anders sieht es im Münchner Umland aus. Hier gab es zuletzt einen Zuwachs bei den Fertigstellungen von Wohnungen. Die Landkreise Dachau, Erding, Ebersberg, Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg, München und Starnberg bauten 2015 insgesamt 7141 Wohnungen.

In der Region 14, zu der die umliegenden acht Landkreise sowie die Stadt zählen, zeichnet sich ein Nord-Süd-Gefälle bei der Bautätigkeit ab. In den vergangenen fünf Jahren haben die Landkreise Erding, Freising und Dachau im Schnitt mehr Wohnraum geschaffen als München. 4,5 Wohnungen pro 1000 Einwohner wurden in diesen drei Landkreisen fertiggestellt. In München lag die Zahl der gebauten Wohnungen im selben Zeitraum bei rund vier pro 1000 Einwohner. Damit bewegt sich die Landeshauptstadt in etwa auf dem Bau-Niveau der Landkreise München und Ebersberg. Abgeschlagen ist der Landkreis Starnberg. Dort wurden im Vergleichszeitraum lediglich drei Wohnungen pro 1000 Einwohner gebaut. Die Kreise Landsberg und Fürstenfeldbruck liegen bei etwas über 3,5 Wohnungen. Das Nord-Ost/Süd-West-Gefälle erklären die Experten des Planungsreferats mit der Boom-Region Flughafen. Dort sind in den vergangenen Jahren viele Arbeitsplätze entstanden. Die Kommunen reagierten darauf mit Wohnungsbauprogrammen.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sieht in der Zusammenarbeit mit der Region die einzige Möglichkeit, um der Wohnungsnot Münchens dauerhaft Herr zu werden. Dies hatte er zuletzt mehrfach betont. Fraglich ist jedoch, ob das Umland das Münchner Wohnungsproblem überhaupt lösen will. Karl Roth (CSU) ist da eher skeptisch. „Die Gemeinden tun jetzt schon viel und weisen Neubaugebiete aus“, sagt der Starnberger Landrat und Vorsitzende des Regionalen Planungsverbandes im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir strengen uns an, werden aber nicht das Münchner Wohnungsproblem lösen können.“ Nach Roths Worten müssen die Kommunen im Münchner Umland zunächst den eigenen Zuzug verkraften. Rund 25 000 Menschen sind 2015 saldiert in die Region um München gezogen – etwa so viele wie in die Landeshauptstadt. „Für die brauchen wir zunächst Wohnraum, bevor wir an München denken können“, sagt der Landrat.

Roth glaubt zudem nicht, dass Gemeinden ihre „Qualität und Identität“ zerstören, indem sie großflächig Bauland ausweisen, um das Problem Münchens zu lösen. „Ich denke da an Gauting mit seiner alten Villenkolonie. Da würde es einen Aufschrei geben.“ Die Kooperation mit dem großen Bruder München will Roth aber ausbauen. Etwa beim Schulbau. „Da könnte man sich entgegenkommen.“

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