Wann startet der Testlauf? Die Sendlinger Straße soll zur Fußgängerzone werden. Foto: götzfried

Pilotversuch

Geplante Fußgängerzone: Workshop für die Sendlinger Straße

München - Der BA hatte sich für eine umfangreiche Bürgerbeteiligung ausgesprochen, ehe die Stadt den einjährigen Verkehrsversuch auf der Sendlinger Straße startet. Die Große Rathaus-Koalition hatte nach Anwohnerprotesten Ende 2015 den Beschluss zur Einführung einer probeweisen Fußgängerzone verschoben.

An dem geplanten Workshop zur zukünftigen Verkehrsregelung auf der Sendlinger Straße sollen sich etwa 40 ausgewählte Personen beteiligen. So zumindest ist die Vorstellung des Bezirksausschusses (BA) Altstadt-Lehel.

Der BA will nun zusammen mit dem Planungsreferat den Workshop vorbereiten, den ein externer Moderator leiten soll. Ziel ist es, sinnvolle Lösungen für alle Anlieger und Anwohner zu finden. Dementsprechend sollen an dem Workshop betroffene Akteure wie Gewerbetreibende, Handwerker, Anwälte, Ärzte, Hausbesitzer und Anwohner teilnehmen, genauso aber auch Kommunalpolitiker, das Münchner Forum und die Polizei. Nach Angaben des Planungsreferats würde der Workshop Kosten in Höhe von maximal 30 000 Euro verursachen.

Ob es überhaupt soweit kommt, ist unklar. Eigentlich sollte die probeweise Einführung einer Fußgängerzone von der Kreuzung Hackenstraße bis zum Sendlinger Tor nämlich bereits Ende 2015 im Planungsausschuss beschlossen werden. Martin Klamt, Sprecher des Planungsreferats, machte gegenüber unserer Zeitung am Mittwoch deutlich: „Die Verwaltung steht in den Startlöchern. Die Beschlussvorlage ist komplett vorbereitet.“ Man warte auf den Startschuss des Stadtrats. Klamt sagte, die Stadt nehme die Bürgerinitiative sehr ernst, die Beschlussvorlage behinhalte aber ohnehin Ausnahmeregelungen für Anwohner. Klamt: „Der Versuch soll Datengrundlagen für eine dauerhaft tragfähige Lösung in der Sendlinger Straße liefern.“ Der Sprecher des Planungsreferats gab allerdings auch zu erkennen, dass sich die Stadt nicht gegen einen Workshop sträuben werde: „Falls das gewünscht ist.“ Man müsse sich aber im Klaren sein, dass dies den Startschuss für die Fußgängerzone verzögern werde.

Der OB hatte zuletzt darauf gedrängt, diese Entscheidung nicht weiter hinauszuschieben. Sollte zunächst der ergebnisoffene Workshop stattfinden und anschließend noch eine Bürgerversammlung abgehalten werden, würde die Sperrung der Sendlinger Straße auf der gesamten Länge wohl frühestens 2017 erfolgen. Alles hängt nun von der Haltung der Rathaus-Koalitionspartner ab. Die CSU hat erklärt, sich an die Kooperationsvereinbarung mit der SPD, die Fußgängerzone einzuführen, zu halten. Wann dies beschlossen werde, sei jedoch eine andere Frage.

SPD-Fraktionschef Alexander Reissl sagte am Mittwoch, die Bürgerbeteiligung sei richtig. Ein Workshop und anschließend noch eine Bürgerversammlung, sei aber etwas zu viel des Guten. Man solle den Beschluss nicht mehr zu lange hinauszögern, so Reissl. Nach Bekunden des Planungsreferats soll das Thema nun im April auf die Tagesordnung des Stadtrats kommen.

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Klaus Vick

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