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Eingespieltes Team: Falkner Günther Rau bereitet Hillary auf ihren Einsatz vor.

Besonderer Einsatz für Wüstenbussard

Hillary geht in der Hofstatt-Passage auf Taubenjagd

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München - In der Hofstatt-Passage geht es seit einigen Wochen vogelwild zu! Um die dort nistenden Tauben zu verjagen, wird mittlerweile ein Wüstenbussard eingesetzt.

Schreie hallen durch die Hofstatt, ein Quietschen wie beim Öffnen eines alten Eisengatters. Eine Warnung! Denn in der Einkaufspassage geht es Tauben an den Kragen.

Der Schreihals heißt Hillary, ist sieben Jahre alt, ein Wüstenbussard (Harris Hawk) - und dass er in der Hofstatt auf der Jagd ist, hat sich herumgesprochen. Passanten rufen den Vogel bereits beim Namen, andere fotografieren, filmen.

„Die Resonanz der Kunden hier ist durchweg positiv“, sagt Falkner Günther Rau. Die Leitung des Einkaufscenters hatte den Vogel-Experten im November mit der Taubenjagd beauftragt. „Das Ende eines langen Leidensweges“, sagt Center-Managerin Andrea Brandt. Denn die Tauben sind seit Jahren eine Plage für die Hofstatt, die im Jahr rund fünf Millionen Besucher zählt.

Tauben ärgern die Kunden

Wüstenbussard Hillary.

Und eben auch viele Tauben. Die haben die exklusiven Deckenlampen in der Passage als Nist- und Brutplätze auserkoren. Die Wärme dort kommt ihnen gelegen. Doch das sorgt für Ärger bei den Kunden. Der ein oder andere ist so schon mal zum Ziel von Taubendreck geworden.

Die Center-Leitung hat alles ausprobiert, sogar ein spezielles Gel. Nichts half. Zuletzt hat Brandt ein unter Spannung stehendes Drahtgeflecht an vier Lampen anbringen lassen - auch vergebliche Mühe. Dann kam die Idee mit dem Falkner.

„Ich habe mir zuerst das Gebäude angeschaut, welche Art Vogel hier zum Einsatz kommen muss“, sagt Rau. Denn nicht jedes Tier ist geeignet. Ein Falke etwa jagt im freien Luftraum, in den vergleichsweise engen Passagen würde er sich nicht wohl fühlen. Hillary schon.

20 Einsätze in zwei Monaten

In den ersten beiden Monaten war sie jeweils 20 Mal im Einsatz, immer zu anderen Uhrzeiten. Das Ziel ist klar: Die Tauben sollen merken, dass sie im Revier eines Feindes nisten. „In den ersten zwei, drei Wochen spürt man meist noch keine Veränderung“, sagt Rau. „Doch dann spricht sich herum, dass Hillary hier ist.“

Rau und sein Vogel sollen nun das ganze Jahr über auf die Jagd gehen, Andrea Brandt verhandelt gerade mit dem Inhaber der Immobilie. Denn sobald der Bussard nicht mehr da ist, kommen die Tauben irgendwann wieder. Das spricht sich dann herum.

Sascha Karowski

Wüstenbussard

Wüstenbussarde leben nicht nur in Wüsten, sondern auch in Sumpfgebieten. Sie erreichen eine Flügelspannweite von 110 bis 120 Zentimetern und werden 55 bis 60 Zentimeter groß. Das Gewicht liegt zwischen 750 und 1100 Gramm. Das Federkleid ist überwiegend dunkelbraun. Der lange, kräftige Schnabel ist am Ansatz gelb, ansonsten hell- bis dunkelgrau.

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