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Eine S-Bahn in München.

Kauf neuer Fahrzeuge

Züge aus China für die Münchner S-Bahn?

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München - Die Deutsche Bahn will Züge und Ersatzteile künftig auch in China kaufen – und dabei gerät die Münchner S-Bahn in das Blickfeld. Dort steht der Kauf neuer Fahrzeuge bevor.

Vergangene Woche war Heike Hanagarth, DB-Vorstand für Technik, in Schanghai und Peking. Stippvisite bei den chinesischen Eisenbahnherstellern. Sie war beeindruckt. „Ziel ist die Zusammenarbeit mit den chinesischen Zugherstellern CSR und CNR“, sagte Hanagarth. Im Herbst will die DB in Peking ein Einkaufsbüro eröffnen. Es geht um den Kauf von Zugachsen, die in China halb so teuer sind wie im traditionellen Werk des „Bochumer Vereins“, und auch um Züge. Der erste selbst entwickelte chinesische Hochgeschwindigkeitszug CRH 380 hat sich nach Einschätzung von Günter Löffler, Professor für Technik spurgeführter Fahrzeuge an der TH Dresden, zu einem Verkaufsschlager entwickelt. „Vom Umfang her haben die Chinesen die traditionellen Zugbauer Bombardier oder Alstom schon überholt“, sagt Löffler – zumal CSR und CNR nun auch noch fusionieren werden.

Wenn die Bahn Nachfolgemodelle für den ICE sucht – warum nicht auch in China? Das ist das Signal, das von Hanagarths Trip nach Fernost ausgeht. Es geht aber auch um den Nahverkehr. Gegenüber der FAZ nannte Hanagarth explizit auch die Münchner S-Bahn als Beispiel für neue Einkaufsmöglichkeiten. Schließlich stehe in München 2020 die Ausschreibung für neue Züge an.

In München vernimmt man etwas ratlos diese Ansage aus der DB-Zentrale. Die Ausschreibung der Münchner S-Bahn ist derzeit nämlich eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Ursprünglich wollte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die dem Verkehrsministerium untersteht, die Ausschreibung 2015 starten und das S-Bahn-Netz Ende 2017 neu vergeben. Die Unternehmensberatung BPV Consult berät die BEG dabei, weil die Ausschreibung so komplex ist. Ob der Zeitplan zu halten ist, erscheint derzeit ungewiss. Immerhin sei das Vorhaben „entscheidungsreif“, heißt es bei der BEG. Der Aufsichtsrat könne sich bald damit befassen. Klar ist nun auch, dass nicht wie erst angedacht das S-Bahn-Netz aufgesplittet wird. Es werden also nicht mehrere Bahnunternehmer zum Zuge kommen – es bleibt vielmehr nach Informationen unserer Zeitung bei einem großen Ausschreibungs-Los und nur einem Betreiber. Ob dieser Deutsche Bahn heißen wird, ist offen. In Nürnberg hatte kürzlich die britische „National Express“ die Nase vorn, auch wenn die Entscheidung nun (voraussichtlich im Juli) vor Gericht angefochten wird.

Noch nicht geklärt ist, ob die BEG die Bewerber bei der Ausschreibung zum Kauf neuer Züge verpflichten wird. Die alten 238 S-Bahn-Garnituren der Baureihe 423, Baujahr 2000 bis 2006, kommen langsam in die Jahre. Statt sie auf einen Schlag komplett zu ersetzen, wäre auch eine Möglichkeit, sie sukzessive durch Neufahrzeuge zu ersetzen.

Zum Beispiel aus China? „Die DB möchte bei der Fahrzeugbeschaffung gerne den Wettbewerb stärken und schaut sich deshalb auch weltweit nach geeigneten Herstellern um“, sagte ein DB-Sprecher am Dienstag. Entscheidend sei nicht, aus welchem Land die Fahrzeuge kommen, „sondern ob Qualität und Preis stimmen“. Allerdings sei eine „gewisse räumliche Nähe“ zum Herstellerwerk „hilfreich“.

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Von Dirk Walter

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