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1918 ist der erste Teil der Einrichtung in Betrieb gegangen. Seither rücken täglich mehrere Trambahnen an der Ständlerstraße 20 ein.

Zugausfälle bis Ende Februar

Jetzt wird‘s tramatisch: Werkstatt einsturzgefährdet

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat die Hauptwerkstätte für die Tram räumen müssen. Bis Ende Februar müssen Fahrgäste täglich mit Zugausfällen rechnen.

München - Die Tram-Hauptwerkstätte feiert heuer ihren 100. Geburtstag. 1918 ging der erste Teil der Einrichtung in Betrieb. Seither rücken täglich mehrere Trambahnen an der Ständlerstraße 20 ein. Gleich neben dem MVG-Museum warten und reparieren die Mitarbeiter regelmäßig die Fahrzeuge. Jetzt braucht die Werkstatt selbst eine Reparatur.

Die MVG hat die Hauptwerkstätte in weiten Teilen geräumt, die Halle weist gravierende Schäden auf. Die Standsicherheit des Gebäudes ist nicht mehr zu gewährleisten. „Es kann dort derzeit niemand arbeiten“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. „Für die Kollegen war das eine Hiobsbotschaft, vor allem wegen des Drucks, dass der Betrieb weiterlaufen muss.“

Die Maschinen für die Instandsetzung der Trambahnen werden nun in die Bereiche verlagert, die nicht von der Sperrung betroffen sind. Büroräume hat die MVG ebenfalls geräumt, die Mitarbeiter sollen zügig in Containern auf dem Gelände untergebracht werden. Umziehen muss auch das Hauptersatzteillager. „Die wichtigsten Stücke räumen wir in den Betriebshof an der Einsteinstraße um“, sagt Korte. „Und dann schauen wir, ob wir noch andere Flächen anmieten können. Wir müssen ja mit der Instandhaltung der Züge weitermachen, sonst haben wir bald keine Trambahnen mehr im Einsatz.“

Abgebröckelten Putz, der abgeklopft wurde um die Stahlträger darunter begutachten zu können.

Bis der Umzug abgewickelt ist, könnte es Ende Februar werden. Bis dahin rechnet die MVG mit täglichen Ausfällen von fünf bis sechs Prozent der Züge. „Das sind etwa sechs Trambahnen“, sagt Korte. „Das hält sich zum Glück noch in Grenzen. Und wir setzen alles daran, dass die Ausfälle überschaubar bleiben.“

Die Schäden an dem Gebäude waren bei einer Untersuchung aufgefallen, die die Verkehrsbetriebe wegen des Neubaus des Trambetriebshofes im Süden des Geländes in Auftrag gegeben hatten. Die MVG will voraussichtlich ab 2021 mit dem Projekt beginnen, das den bestehenden Betriebshof an der Einsteinstraße entlasten soll. Weil dafür auch an die Werkstatt angebaut werden soll, hatten die Fachleute diese gleich auf Statik untersucht. „Dazu haben sie auch Stellen aufgeklopft und so die Schäden entdeckt“, sagt Korte. Unter anderem sei Stahl gerostet, wodurch sich darüber liegender Beton abgelöst hat. „Die Schäden bedeuten aber nicht, dass die Halle morgen einstürzt.“ Und eine Verzögerung beim Bau des Betriebshofes sei ebenfalls nicht zu erwarten.

Wie es um die Statik der Halle bestellt ist, sollen nun Experten klären. Die MVG hat unter anderem Betonproben genommen. Mit Ergebnissen wird in einigen Wochen gerechnet. „Wir hoffen natürlich nicht, dass die Halle in dem Umfang gesperrt bleiben muss“, sagt Korte. Klar sei, dass sie saniert werden müsse. Abreißen wäre vermutlich auch eine Option. Allerdings steht die Halle unter Denkmalschutz.

Auch lesenswert: So baut die MVG ihr Angebot bis 2021 aus

Sascha Karowski

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