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Das Gasthaus Spiegl in Moosach wurde geschlossen. Ob nach der Sanierung wieder ein Wirtshaus einziehen wird, ist ungewiss.

Bayernweites Problem

Zwei Traditionswirtshäuser im Münchner Norden schließen - Politik soll handeln

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Viele Gaststätten in ländlichen Kommunen sind vom Wirtshaus-Sterben betroffen. Und auch in München gibt es erste Schließungen. Die ÖDP fordert nun die Stadt auf, zu handeln.

München - Immer mehr Wirtshäuser schließen ihre Pforten, oft für immer. Viele von ihnen haben eine lange Tradition, sind seit mehreren Generationen im Besitz der Familie, können jedoch nun nicht mehr weitergeführt werden.

Nun fordert die ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei) in einer Anfrage die Stadt München dazu auf, sich mit dem Thema „Wirtshaus-Sterben“ zu befassen, vor allem bezogen auf die Münchner Außenbezirke. Nachdem „bisher vor allem ländliche Gemeinden vom Wirtshaus-Sterben betroffen waren, stellt sich die Frage, ob dieses nun auch die Münchner Außenbezirke erreicht“, heißt es in einem Schreiben an die Stadt. Dabei berichtet die ÖDP von zwei Gaststätten im Münchner Norden, die Ende des vergangenen Jahres ihre Betriebe einstellen mussten. Im Stadtteil Harthof wurde das Wirtshaus Weyprechthof geschlossen, in Moosach packten die Wirtsleute des Gasthof Spiegl nach über 30 Jahren ihre Sachen. Das Haus wird jetzt renovierte, Wohnungen sollen angebaut werden. Ob nach der Sanierung wieder einer Wirtshaus einzieht noch ungewiss, berichtete der Münchner Merkur.

Zuletzt wurde bekannt, dass eine der bekanntesten Wirtschaften Münchens, das Andechser am Dom ab Sommer für immer seine Pforten schließen wird.

Zentrum für soziales und kulturelles Leben

Fälle von dauerhafter Schließung sind allerdings aus vielen Gemeinden im Münchner Umland bekannt. Rund 600 Kommunen in Bayern haben laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahr 2017 kein eigenes Dorfwirtshaus mehr. Demnach haben von 1990 bis Anfang 2017 45 Prozent aller Wirtshäuser geschlossen. 

Und dabei ist die Bedeutung einer Gastwirtschaft, egal ob im Münchner Außenbezirk oder in den ländlichen Regionen enorm wichtig. Laut ÖDP gilt sie „als Zentrum sozialen und kulturellen Lebens“, hier werden Familienfeste gefeiert, Vereinstreffen abgehalten, Hochzeiten ausgetragen. „Im übrigen dienen Gastwirtschaften außerhalb der Münchner Innenstadt auch den stadtentwicklungspolitischen Zielen der Entzerrung und Verkehrsvermeidung durch Dezentralität“, heißt es in dem Schreiben der ÖDP. 

Personalmangel, Altersgründe, Abriss 

Auf 126 Jahre Wirtshaustradition kann der Mayr-Wirt in Erding zurückblicken. Am 31. Dezember gingen dort die Lichter aus. 

Die Gründe für die Schließung einer Gaststätte können dabei verschiedene sein. Immer mehr Auflagen müssen von Gastronomen eingehalten werden. Personal ist nur noch schwer zu finden. Aus diesen Gründen musste auch der Gasthof Schreyegg in der Gemeinde Seefeld (Kreis Starnberg) erst kürzlich die Entscheidung treffen, zu schließen. Und auch die Gemeinde Indersdorf (Kreis Dachau) muss seit Dezember auf ihr Dorfwirtshaus verzichten. Aus Altersgründen musste der 87-jährige Gastwirt schließen. Einen Nachfolger konnte er nicht finden. Im Kreis Dachau war das Dorfwirtshaus Dafelemaier nicht die erste Gaststätte, die geschlossen werden musste.  

Dass mit der Schließung einer Gaststätte vor allem Dörfer vor Probleme gestellt werden, zeigt der Fall des Jägerwirts in Gaißach (Kreis Bad Tölz). In der Gemeinde gibt es nun keinen Saal mehr für größere Feiern oder Versammlungen. Und auch in Erding müssen sich 25 Vereine seit Kurzem um einen neuen Ort für ihre Treffen kümmern, nachdem der Mayr-Wirt nach 126 seine Pforten schließen musste und demnächst abgerissen werden soll

tas 

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